Berlin-Spandau : Zwischen BVG-Haltestelle und Bushäuschen liegen 25 Meter - warum?

Fahrgäste stehen im Regen, dabei ist in der Nähe ein Dach. Das Haus kann allerdings nicht so einfach umgesetzt werden.

Die Wartehalle hat keine Haltestelle mehr.
Die Wartehalle hat keine Haltestelle mehr.Foto: During

Fahrgäste, die in einer BVG-Wartehalle in der Seegefelder Straße Zuflucht vor Regen, Schnee oder Wind suchen, stehen seit einiger Zeit symbolisch dennoch im Regen. Denn die Busse der Linie 237, die, vom Rathaus Spandau kommend zum Isenburger Weg in Staaken fahren, halten jetzt rund 25 Meter vor dem Häuschen, dazwischen schließt sich regelmäßig eine Bahnschranke. Was auf den ersten Blick wie ein Schildbürgerstreich wirkt, ist tatsächlich ein offenbar unlösbares Problem.

Schilder weisen die Fahrgäste auf die Verlegung der Haltestelle hin.
Schilder weisen die Fahrgäste auf die Verlegung der Haltestelle hin.Foto: During

Zwischen der Dyrotzer- und der Senzker Straße queren die Gleise der Havelländischen Eisenbahn, die deren Bahnhof Johannesstift an Netz anbinden, die Seegefelder Straße. Eine Schranke stoppt beim Nahen eines Zuges den Straßenverkehr. Die Bahntrasse wird zwar deutlich seltener befahren als die Fahrbahn, auf der werktags 77 Busse in Richtung Staaken rollen. Doch auch auf der Linie 237 setzt die BVG seit geraumer Zeit die sogenannten Niederflur-Gelenkbusse vom Typ Scania Citywide LFA ein. Die sind 18 Meter lang, doch dummerweise steht die Wartehalle zu dicht hinter den Gleisen. Folglich ragte das Heck beim Stopp regelmäßig über die Schienen, waren Konflikte zwischen Bahn und Bus vorprogrammiert.

Baum und Vorgarten verhindern eine Verlegung der Wartehalle zur neuen Haltestelle vor dem Bahnübergang.
Baum und Vorgarten verhindern eine Verlegung der Wartehalle zur neuen Haltestelle vor dem Bahnübergang.Foto: During

Deshalb verlegte der Verkehrsbetrieb die Haltestelle um rund 25 Meter nach Osten, vor die Gleise. Doch die Wartehalle konnte nicht mitziehen. Denn östlich des Bahnübergangs steht ein unter anderem von einer Tagespflegestation genutztes Gebäude mit einem großen Vorgarten samt Baum, der zu einer deutlichen Verringerung der Gehsteigbreite führt. Da ist kein Platz für das Häuschen. Damit nicht genug, liegen hier auch Leitungen der Telekom im Boden, die nicht überbaut werden dürfen, erläuterte ein BVG-Vertreter im zuständigen Ausschuss der Bezirksverordnetenversammlung.

So stehen die Fahrgäste hier wohl dauerhaft im Regen, es sei denn, sie riskieren bei Annäherung des Busses einen Spurt von der alten Wartehalle. Immer in der Hoffnung, dass kein nahender Zug die Querung der Gleise verhindert.

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