• Nachbarschaft

    Reginald Grammaté, 71, Fotograf und Ehrenamtler aus Köpenick

    Neu belichtet. Dass ich ehrenamtlich tätig bin, habe ich meiner Tochter zu verdanken. Als ich 2013 in den Ruhestand ging, sagte sie: „Du kannst doch nicht zu Hause sitzen, den ganzen Tag Fernsehen gucken und nichts machen! Du musst dir ein Ehrenamt suchen.“ Sie wusste auch, wie man das findet. Eine ihrer Freundinnen arbeitet bei den Sternenfischern, dem Freiwilligenzentrum in Köpenick, und so hatte ich gleich einen Beratungstermin. Und ein Ehrenamt. Die „Sternenzeit“, die Publikation der Sternenfischer, suchte einen Fotografen. Das war ein Glücksfall für mich. Ich habe jahrzehntelang als Produktionsleiter beim Fernsehen gearbeitet und schon immer gern fotografiert und gefilmt. Für mein Ehrenamt habe ich meine Fotoausrüstung vervollständigt und modernisiert.

    Vielfältig unterwegs. Über die Sternenfischer konnte ich an einer Schulung in Porträtfotografie teilnehmen. Schließlich will ich gute Fotos abliefern, sowohl technisch als auch künstlerisch. Wie viele Fotos ich für die Sternenfischer inzwischen gemacht habe, weiß ich nicht. Außer für die Sternenzeit fotografiere ich auch noch bei vielen Veranstaltungen wie den Freiwilligentagen, dem Marktplatz, bei Festen und Konzerten. Dabei habe ich schon so viele interessante Menschen kennengelernt und erlebt, mit wie viel Herzblut und Engagement sie ehrenamtlich arbeiten. Und natürlich erlebe ich da auch die ganze Bandbreite ehrenamtlicher Tätigkeiten.

    Soko Glückwunsch. Seit Anfang 2018 habe ich noch ein zweites Ehrenamt. Das Sozialamt hatte mich gefragt, ob ich gelegentlich Fotos machen könnte, wenn Mitglieder der Sozialkommission den Jubilaren die Geburtstagsglückwünsche des Bürgermeisters überbringen. Seitdem bin ich Mitglied der Soko 17, der Sozialkommission in Schmöckwitz. Etwa zweimal in der Woche besuche ich Jubilare, bringe Blumen oder auch mal eine Flasche Wein. Meine Ehrenämter machen mir viel Freude und halten mich fit, auch geistig. Und ich fühle mich gebraucht und wertgeschätzt.

    Text: Claudia Berlin, Foto: Ralf Drescher

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-t.loy@tagesspiegel.de

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Thomas Loy - Redakteur beim Verlag Der Tagesspiegel im Haus am Askanischen Platz in Berlin Kreuzberg. von Thomas Loy tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Treptow-Köpenick,

die Linkspartei schwingt den großen Hammer: Wenn der Grundbesitzer nicht baut, enteignen wir ihn. Darauf verständigten sich die Delegierten auf ihrem Parteitag in Adlershof. Wer dabei an die Zwangskollektivierung der 50er Jahre denkt, überzieht natürlich maßlos. Dennoch: Tief im Regelwerk der sozialen Marktwirtschaft schlummert ein sozialistischer Tiger, den die Linke wachrütteln will, sein dröger Name: Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. Auf dem Güterbahnhof Köpenick treibt er schon sein Unwesen (Newsletter vom 16. April)  Katalin Gennburg, die ihren Wahlkreis in Treptow-Köpenick hat, möchte den Tiger jetzt auf dem ehemaligen Industrierevier Oberschöneweide freilassen, um dem Kabelhersteller Wilms Beine zu machen, damit auf seinem Firmengelände endlich der lang ersehnte öffentliche Uferweg an der Spree entstehen kann. Außerdem lasse Wilms denkmalgeschützte Gebäude verfallen. Auf einen gemeinsamen Brief von Gregor Gysi und ihr habe er nicht reagiert, sagt Gennburg. Wilms redet ungern mit Politikern oder Medien. Aber einen Unternehmer enteignen, der Arbeitsplätze schafft und sich dem Niedergang der Industrie in Oberschöneweide erfolgreich widersetzt hat? Schwierig.

Und was sagt der Senat? „Ein Entwicklungsgebiet passt hier nicht wirklich. Der Bezirk prüft aber die Einrichtung eines städtebaulichen Erhaltungsgebietes“, sagt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dieser Tiger ist eher eine Hauskatze. Verhindert werden damit vor allem unerwünschte Umbauten und der Abriss von Gebäuden.

Und was tut der Bezirk? Eine Enteignung werde nicht angestrebt, erklärt Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) auf meine Anfrage. „Das Bezirksamt ist nach wie vor bestrebt, den geplanten Uferweg – soweit möglich in Abstimmung mit den Flächeneigentümern – zu realisieren. Die Abstimmungen mit dem Grundstückseigentümer Herrn Wilms haben dahingehend allerdings noch zu keinem positiven Ergebnis geführt“. Auch nicht beim Denkmalschutz, dort bereite die Behörde jetzt Ordnungsverfahren vor, „welche die Sicherung der Schornsteine und des ehemaligen Drehstromkraftwerks auf dem KWO-Gelände zum Ziel haben.“ Und hier noch ein Fundstück: 2012 war Enteignung im Bezirksamt von TreKö durchaus ein Thema: berliner-woche.de

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

Die Tapas-Bar „Geco“ in Altglienicke ist eine Entdeckung, wenn man so unversehens hineinspaziert, nicht ahnend, dass sich hinter den schlichten Mauern der Grünauer Straße eine Oase mediterraner Verspieltheit verbirgt. Bunte Fliesen, runde Wände, eine große Außenterasse mit Springbrunnen. Ambitioniert und beliebt, eine Reservierung ist empfehlenswert. Die Tapaskarte bietet für den Kenner dieser Restaurantsparte wenig Neues, aber das Bekannte wird offenbar mit Sorgfalt zubereitet. Frittierte Sardellen, Maishühnchen, Datteln im Speckmantel – alles wunderbar. Auch der Rotwein des Hauses streichelt den Gaumen. Die etwas gehobene Rechnung bleibt trotzdem im Rahmen. Weitere Infos: geco.de

  • Die britische Popband "Depeche Mode" bei ihrem Konzert in Ost-Berlin in der Werner Seelenbinder-Halle im März 1988. Abspielen "People are People" – Depeche Mode in der DDR
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