Biergarten in Potsdam : Schlechte Aussichten für neue Saison im Bürgershof

Der Eigentümer des Bürgerhofs will den Biergarten umbauen, doch ihm fehlen die Genehmigungen. Jetzt will er stattdessen dort zwei Mehrfamilienhäuser bauen.

Der "Bürgerhof" ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Der "Bürgerhof" ist ein beliebtes Ausflugsziel.Foto: Sebastian Gabsch

Einer der schönsten Biergärten der Landeshauptstadt wird wohl geschlossen bleiben. Eine Wiedereröffnung des „Bürgershofs“ sei „unwahrscheinlich“, kündigte Eigentümer Gunnar Schnabel an. Auf Nachfrage sagte er, er wolle nun dort zügig seine Pläne für eine Wohnbebauung aufnehmen – was den Abriss des Lokals bedeuten würde. Die Gaststätte mit 600 Sitzplätzen, die am Wasser direkt gegenüber dem Welterbepark Babelsberg liegt, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ihre Geschichte reicht schon fast 150 Jahre zurück.

Die Schuld für das Aus gibt der Eigentümer dem aus seiner Sicht rechtswidrigen Agieren der Schlösserstiftung, die den Babelsberger Park verwaltet, und der Stadt Potsdam. Er habe bereits im vergangenen Oktober umfangreiche Pläne zur Umgestaltung der Außenanlage des Bürgershofs im Stadtplanungsamt eingereicht, sagte Schnabel.

Wegen der Bäume gibt es Ärger

Geplant war, 100 zusätzliche Fahrradstellplätze zu bauen und dafür die Fläche für Autos zu reduzieren, den Spielplatz umzubauen und mehr Sitzplätze in Wassernähe zu schaffen. Zudem sollte eine Reihe aus Kugelbäumen mehr Schatten spenden.

Doch unter anderem wegen dieser Bäume gibt es offenbar Ärger. Eigentümer Schnabel interpretiert ein Behördenschreiben, in dem weitere Angaben gefordert werden, so, dass die Schlösserstiftung die Bäume verhindern will – wegen Sichtachsen. Dem widersprach ein Stiftungssprecher. Und ein Stadtsprecher sagte: „Der Eigentümer kann jederzeit öffnen.“ Nur der Umbau sei eben genehmigungspflichtig.

Der Eigentümer sagte, dass er nun seine Pläne für zwei Mehrfamilienhäuser weitertreibe: Das Gelände dürfe nicht brachliegen. Allerdings gibt es um diese Pläne ebenfalls Streit.

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