Bilanz der Wasserbetriebe : Schlechter Sommer, weniger Wasser

Trotz des verregneten Sommers machen die Wasserbetriebe fast 60 Millionen Euro Gewinn. Die Wasserpreise sollen bis mindestens 2021 stabil bleiben.

Julia Kopatzki
In der Weserstraße steht einer von 44 Trinkwasserbrunnen in Berlin, sieben neue sollen dieses Jahr dazu kommen.
In der Weserstraße steht einer von 44 Trinkwasserbrunnen in Berlin, sieben neue sollen dieses Jahr dazu kommen.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Das beliebteste Getränk der Berliner ist ihr Trinkwasser. Dies fand das Forsa-Institut im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe im vergangenen Jahr heraus. Deswegen dürfte es sie besonders freuen, dass die Wasserpreise für mindestens vier Jahre stabil bleiben sollen. Dies verkündete Jörg Simon, der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe, am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz. Damit das Wasser nicht nur zuhause getrunken werden kann, sollen zu den bestehenden 44 öffentlichen Trinkbrunnen bis 2019 rund 100 Trinkbrunnen und Spender an öffentlichen Plätzen dazukommen.

"Unsere Systeme funktionieren"

Wichtig sei es außerdem, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu rüsten: Der Starkregen im vergangenen Jahr ließ Keller und U-Bahnhöfe volllaufen und Gullys übersprudeln. Der Starkregen habe zwar gezeigt, dass die Systeme der Wasserbetriebe funktionieren, sagte Vorstandsvorsitzender Jörg Simon. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grünen) sagte jedoch: „Trotzdem brauchen wir Lösungen, wie das Wasser in der Stadt versickert und nicht die Kanalisation flutet.“ Pop, die auch Aufsichtsrätin bei den Wasserbetrieben ist, verweist auf die Regenwasseragentur der Wasserbetriebe. Dort arbeite man daran, aus Berlin eine Schwammstadt zu machen: Das Wasser kann durch Maßnahmen wie begrünte Dächer und Bauweisen, die den Boden nicht versiegeln, versickern und entlastet so die Kanalisation. Nebenbei kühlen feuchte Böden die Stadt bei Hitze.

Schlechter Sommer, weniger Wasser

Der verregnete Sommer 2017 zeigt sich auch in der Bilanz der Wasserbetriebe: 204,6 Millionen Kubikmeter Trinkwasser flossen durch Berliner Leitungen. Das sind 5,4 Millionen weniger als 2016. „Wenn es nicht so heiß ist, trinken die Menschen natürlich weniger“, sagte Jörg Simon. Und durch den ganzen Regen mussten sie ihren Garten auch nicht so oft wässern.

Trotzdem konnten die Wasserbetriebe für das Land Berlin einen Gewinn von 59,6 Millionen Euro erwirtschaften und wollen in den nächsten fünf Jahren 2,3 Milliarden Euro investieren: "Das wichtigste Ziel ist es, Berlin mit erneuerbaren Energien noch weiter nach vorne zu bringen", sagte Ramona Pop.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben