• "Bislang keinen Urheber ermittelt": Ermittlungen wegen gefälschter SPD-Plakate dauern auch in Berlin an

"Bislang keinen Urheber ermittelt" : Ermittlungen wegen gefälschter SPD-Plakate dauern auch in Berlin an

Vor gut drei Wochen nahmen gefälschte SPD-Plakate die Flüchtlingspolitik der SPD ins Visier. Auch in Berlin waren einige aufgetaucht. Wer dahinter steckt, ist weiter unklar.

Auf einem der gefälschten SPD-Plakate in Berlin steht: 134 von154 SPD-Bundesabgeordneten stimmten gegen die Rettung von Flüchtlingen aus Moria.
Auf einem der gefälschten SPD-Plakate in Berlin steht: 134 von154 SPD-Bundesabgeordneten stimmten gegen die Rettung von...Tsp/Matthias Meisner

Im Fall der gefälschten SPD-Plakate ermittelt die Polizei weiter. Das gilt in Nordrhein-Westfalen, wo die Poster vor allem zu finden waren, genau wie in Berlin. „Wir haben bisher keinen Urheber ermittelt“, sagte eine Sprecherin der Dortmunder Polizei. Bekannt geworden seien insgesamt 67 Plakate etwa in Dortmund, Düsseldorf und Köln. Die Plakate mit großem SPD-Logo waren vor gut drei Wochen entdeckt worden, auch in Berlin. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. „Zum Ermittlungsstand machen wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.“

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Ein weiteres gefälschtes SPD-Plakat in Berlin.
Ein weiteres gefälschtes SPD-Plakat in Berlin.Matthias Meisner

Die gefälschten SPD-Plakate hingen in sogenannten City Light Poster-Vitrinen. Unbekannte hatten die Kästen geöffnet und sie dort hineingehängt. Fünf Motive wurden bekannt. Ein Plakat zeigte das Foto eines Bootes voller Flüchtlinge. Daneben stand: „Bleib' zuhause! Meide soziale Kontakte! Halte Abstand!“ Darunter auf den Farben einer Deutschlandflagge die Forderung: „Wir zuerst“. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Gefälschtes SPD-Plakat, auf dem ein Flüchtlingsboot zu sehen ist.
Gefälschtes SPD-Plakat, auf dem ein Flüchtlingsboot zu sehen ist.Roland Weihrauch/dpa

Bereits wenige Tage nach dem Auffinden der ersten Plakate hatte das Berliner Internetportal "Die Volksverpetzer" ein angebliches Bekennerschreiben veröffentlicht. Dem Portal nach soll eine linke Gruppierung für die gefälschten Plakate verantwortlich sein, das berichtete der WDR. In dem Schreiben fordern die anonymen Urheber von der SPD, sofort Flüchtlinge aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria nach Deutschland zu holen. (Tsp/dpa)

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