Brandenburg : Chronik eines Pharmaskandals

Der Brandenburger Zwischenhändler Lunapharm soll jahrelang mit gestohlenen Medikamenten gehandelt haben. Ein Skandal, der seit 2013 seinen Lauf nimmt.

Marion Kaufmann
Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) steht im Zusammenhang mit illegalem Medikamente-Handel unter Druck.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) steht im Zusammenhang mit illegalem Medikamente-Handel unter Druck.Foto: Britta Pedersen/dpa

Im Jahr 2013 beginnt nach heutigen Erkenntnissen der griechischen Behörden der europaweite Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten.

Ende 2016 wird das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) von polnischen Behörden darüber informiert, dass Medikamente des Brandenburger Zwischenhändlers Lunapharm aufgetaucht seien, die von einer griechischen Apotheke stammen sollen.

Im März 2017 wendet sich das Landeskriminalamt mit einem Amtshilfeersuchen der griechischen Behörden an das LAVG, teilt mit, dass es um gestohlene Medikamente geht. Im April 2017 nimmt die Staatsanwaltschaft Potsdam Ermittlungen wegen Hehlerei und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz gegen den Pharmahändler Lunapharm auf.

Am 12. Juli 2018 macht das ARD-Magazin „Kontraste“ den Skandal um Medikamentendiebstahl nach langen Recherchen öffentlich. Einen Tag später erklärt der Abteilungsleiter Gesundheit im Ministerium, dass über den Diebstahl nichts bekannt gewesen sei und keine Gefährdung für Patienten bestanden habe.

Am 18. Juli räumt Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) Fehler ein. Informationen seien vom LAVG nicht weitergegeben worden. Es gibt einen Rückruf der Medikamente. Am 20. Juli wird eine Hotline für Betroffene eingerichtet, Lunapharm die Betriebserlaubnis entzogen. Zudem erstattet LAVG-Präsident Detlev Mohr Strafanzeige gegen den Chefaufseher für Arzneimittel. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin prüft Ermittlungen wegen Korruption.

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Am Sonntag, den 22. Juli durchsucht die Staatsanwaltschaft schließlich die Räume von Lunapharm.

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