Brandenburg : Elch gerät auf Kuhweide und erhält GPS-Sender

In Brandenburg werden immer öfter Elche gesichtet. In Schlalach, einem kleinen Dorf im Fläming, hat sich nun ein junger Elch unter eine Rinderherde gemischt.

Enrico Bellin
Vermutlich ein Einwanderer aus Polen. Von dort kommen immer öfter Elche nach Brandenburg.
Vermutlich ein Einwanderer aus Polen. Von dort kommen immer öfter Elche nach Brandenburg.Foto: Patrick Pleul/dpa

Immer häufiger werden in Brandenburg Elche gesichtet. In Schlalach, einem 340-Einwohner-Dorf im Fläming (Potsdam-Mittelmark), hat sich nun sogar ein junger Elch unter eine Rinderherde gemischt. Der Elch wurde auf der Weide von einem Tierarzt narkotisiert und anschließend in nahe Wälder gebracht. Es habe Gefahr bestanden, dass das Tier beim Verlassen der Weide den Zaun beschädigt, teilte das Landratsamt mit. Der Fall bot Wildbiologen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde aber eine einmalige Gelegenheit. Sie haben am Elch während der Narkose einen GPS-Sender befestigt, bevor er wieder in die freie Wildbahn entlassen wurde. Damit ist es erstmals im Land Brandenburg gelungen, einen frei lebenden Elch mit einem Sender auszustatten. Die Wildforscher wollen so die Wanderbewegung des Tieres erforschen.

Woher das Tier kam, ist unklar. In Potsdam-Mittelmark wurden in den vergangenen Wochen auch in Klein Marzehns Elche gesichtet, ebenso in Jüterbog (Teltow-Fläming) und Coswig (Sachsen-Anhalt). Zwar gelten Elche in Deutschland seit langem als ausgestorben. Doch vermehrt machen einzelne Tiere einen Abstecher aus Polen über die Oder und Neiße. In Polen gilt seit 2001 ein Jagdverbot. Die Behörden gehen davon aus, dass inzwischen fünf Elche in Brandenburg leben, aber keine stabile Population.

Seit 2015 gibt es einen Elch-Management-Plan in Brandenburg

In der Mark gab es zudem einige kuriose Begebenheiten. Im September trieb sich ein Elch einige Tage im uckermärkischen Templin herum. Das Tier wurde betäubt und in eine Elchfarm gebracht. Und ihm gab die Stadt einen Namen: Börni. Wegen schwerer Unfälle gibt es seit 2015 einen Elch-Management-Plan in Brandenburg. Ende 2017 war ein Tier in Seefeld (Barnim) bei einem Unfall getötet worden. Im September war ein toter Elch auf der A12 bei Fürstenwalde entdeckt worden, der wohl von einem Lkw angefahren worden war. Von ihm sind Fell, Schädel und Herz im Potsdamer Naturkundemuseum zu sehen.

Vor Jahren ging es dort noch um bedrohte und ausgerottete Tiere, neben dem Elch auch der Wolf. Beide sind wieder da.

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