Buch "King Kool City Berlin" : Hiphop und Graffiti in Berlin - die Szene im Porträt

Im Buch "King Kool City Berlin" wird die Sprayer- und Rapper-Szene porträtiert. Zwei wichtige Namen fehlen allerdings.

Von Hiphop bis Graffiti: Das Buch King Kool City Berlin.
Von Hiphop bis Graffiti: Das Buch King Kool City Berlin.Foto: promo

Graffiti gelten in Berlin oft nicht als Schmutz, man denke nur an die berühmten, nun übermalten Bilder an der Cuvry-Brache oder den Schriftzug „Fickt eusch Allee“ an der Schlesischen Straße, der sogar die Band Großstadtgeflüster zu einem Berlin-Song inspirierte.

Breakdancer und Beatboxer sind echte Berufszweige hier, in der Stadt, in der aus Subkultur oft einfach Stadtkultur wird.

Das neue Buch „King Kool City Berlin“ lässt Rapper, Sprayer, Skater, Breakdancer und Beatboxer sprechen, von ihrer Arbeit, Inspiration und ihrem Werdegang. Die vielfältigen Interviews fanden in Studios, Ateliers und in Berliner Dönerläden statt.

Die Graffiti-Kunst an der Cuvry-Brache
Sie waren ein beliebtes Fotomotiv und wurden zum Wahrzeichen der lange umkämpften Cuvry-Brache: Zwei Street-Art-Bilder in Schwarz-Weiß-Gold, gefertigt vom italienischen Street-Art-Künstler Blu. Sie zeigen eine kopflose Figur mit zwei Golduhren, die sie wie Handschellen trägt, und zwei Figuren mit Masken.Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: Carmen Schucker
12.12.2014 13:51Sie waren ein beliebtes Fotomotiv und wurden zum Wahrzeichen der lange umkämpften Cuvry-Brache: Zwei Street-Art-Bilder in...

Die Geschichte von Vartan Bassil etwa beginnt in den vom Bürgerkrieg zerstörten Straßen Beiruts und setzt sich in Kreuzberg fort. Dort gründet er die weltweit erfolgreiche Breakdance-Gruppe „Flying Steps“.

Chico war früher Gangmitglied, jetzt wird er als Urgestein der Weddinger Breakdance-Szene vorgestellt und unterrichtet Kinder und Jugendliche. Die „ganz normalen Atzen“, Frauenarzt und Manny Marc, sind auch Szenefremden ein Begriff.

Auch BVG und Polizei sind im Buch vertreten

Neben den Künstlern kommen in dem Buch sogar die Berliner Polizei und die BVG vor. „Ankunft in Downtown Lankwitz. Unbekanntes Terrain“, heißt es dann, „Verhör mit Andreas Langer, 48 Jahre alt, Kommissariatsleiter der GiB, Gemeinsame Ermittlungsgruppe Graffiti in Berlin.“

Sprayer Poet kritisierte im ersten Buchkapitel noch die Kriminalisierung der Graffiti-Szene, hier spricht nun die andere Seite. Die BVG sieht, genau wie die Berliner S-Bahn, Graffiti vor allem als Sachbeschädigung und nicht als Kunst.

Die Rapper Sido und Bushido fehlen überraschenderweise in dem Buch. Rolf G. Wackenberg, einer der beiden Autoren, erklärt das so: „Es soll kein allumfassendes Werk sein, wir haben Leute gewählt, zu denen wir einen guten Draht hatten.“

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— Sarah Paulus/Rolf G. Wackenberg: King Kool City Berlin. Von Hiphop bis Graffiti. Elsengold Verlag, Berlin. 192 Seiten, ca. 120 Abbildungen, 24,95 Euro.

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