Bürgerstiftung Berlin feiert Geburtstag : Der Genuss der guten Tat

Zur Feier des 20-jährigen Bestehens hat die Bürgerstiftung Berlin zum „Art Dinner“ geladen.

Engagierte Runde: Heide Dürr (l.), Arne Friedrich und Vera Gäde-Butzlaff.
Engagierte Runde: Heide Dürr (l.), Arne Friedrich und Vera Gäde-Butzlaff.Foto: Andreas Amann

Im Westhafen wurde am Freitagabend ein runder Geburtstag gefeiert. Seit 20 Jahren gibt es die Bürgerstiftung Berlin, die dorthin zu ihrem traditionellen „Art Dinner“geladen hatte. Der Bezug lag nahe an diesem Tag: Immer wieder wurde der große Beitrag gewürdigt, den die Stiftung für ein gutes gesellschaftliches Klima in der Stadt leistet. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller war zunächst im Demo- und Party-Stau stecken geblieben, aber das bremste nicht den Enthusiasmus, mit dem er sich bei den Anwesenden für ihren großen Einsatz bedankte.

Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Vera Gäde-Butzlaff, trat gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, Klaus Siegers, erstmals als Gastgeberin auf. „Öffnen Sie Ihre Herzen und Ihre Portemonnaies“, forderte sie die Gäste auf und versprach, dass der gesamte Erlös aus der Auktion des Art Dinners an die außergewöhnlichen Projekte der Stiftung geht. Sie erinnerte auch an den kürzlich verstorbenen Gründungsvorsitzenden Christian von Hammerstein.

Schirmherr Wolfgang Thierse, von Anfang an dabei, ging in einer fulminanten Rede auf die zunehmende Spaltung der Gesellschaft ein. Auf der einen Seite Gemeinsinn, auf der andern tätiger Hass: „Die Demokratie erweist sich als gefährdet.“ Gelingende Demokratie verlange nach einem Fundament von Gemeinsamkeit, nach einem Sinn für Zugehörigkeit, auch das sei wichtig für das Klima. Das Gespräch zu suchen, sei eine Aufgabe des Bürgertums. Am Ende attestierte er der Bürgerstiftung, zu den Akteuren zu gehören, die das Bild aufhellen.

Auktionator Kilian Jay von Seldeneck vom Kunsthaus Lempertz erzielte für eine Dinnerparty bei Vera Gäde-Butzlaff zu Hause 5500 Euro.

Viele Künstler hatten sich mit eindrucksvollen Spenden beteiligt, darunter der in Mazedonien geborene Ben Kamili etwa mit seinem farbenprächtigen Werk „Per ty“. Aber auch zahlreiche exklusive Erlebnisse wurden versteigert.

Mit dabei waren unter anderem Fußballspieler Arne Friedrich und Model Zohre Esmaeli, die schon mit eigenen Projekten in Kooperationsgemeinschaft mit der Stiftung gegangen sind, die Künstler Angelika Platen und Nikolai Makarov, Staatssekretärin Sawsan Chebli, Heide Dürr, Sternekoch und Radiomoderator Kolja Kleeberg, der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der Berliner Mercedes-Chef Hans-Bahne Hansen und auch der Unternehmer Michael Zehden. Mit dem Erlös will die Stiftung ihr Engagement in Berlin ausweiten. Gerade wird ein Projekt aufgebaut, bei dem Lesepaten nicht nur Kindern, sondern auch älteren Menschen vorlesen, die etwa in Heimen leben.

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