Wie Heilmann den Kreisverband einen möchte

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CDU-Kreisverband Steglitz-Zehlendorf : Heilmann muss um Mehrheit bangen
Der Kandidat. Thomas Heilmann möchte in der CDU weiter nach oben.
Der Kandidat. Thomas Heilmann möchte in der CDU weiter nach oben.Foto: dpa

An dem, was wichtige Leute aus der CDU Steglitz-Zehlendorf übereinander sagen, zeigt sich jedenfalls, dass das Streitpotenzial noch immer groß ist. Dass Heilmann nun versuchen will, die Südwest-CDU zur alten Stärke zusammenzuführen, erfüllt manche mit frischem Misstrauen: Warum will er das? Eine der ganz Wichtigen in der Berliner CDU-Führung ist er doch – und einer der ganz wenigen Quereinsteiger in die Politik, der in der Parteipolitik keinen Schaden genommen hat. Warum geht er jetzt das Risiko ein, zum Objekt von Intrigen und Machtspielchen zu werden? Aus Freude an der Politik – oder weil er die parteipolitische Basis dafür bereiten will, dem Landeschef Frank Henkel Konkurrenz zu machen, wenn die CDU den nächsten Spitzenkandidaten nominiert?

Heilmann bestreitet das – nicht bloß mit Hinweis auf Henkels große Beliebtheit, sondern sogar mit Hinweis auf die schlechten Chancen der CDU, den Regierenden zu stellen, weil sich nach der nächsten Wahl drei linke Parteien gegen sie verbünden könnten. Mit der These hat sich Heilmann großen Ärger eingefangen – und dem Parteifreund Henkel vermutlich nichts von dessen Misstrauen gegen innerparteiliche Konkurrenten genommen. So ist das in der Politik: die nächste Wahl noch drei Jahre entfernt – und doch in vielerlei Karrierekalkulationen der Fixpunkt.

Heilmann gibt sich vor dem Montag „optimistisch“, wie er sagt. Das gilt für die breite Mehrheit, die er will, und es gilt für die Einigung des zerstrittenen Verbandes. „Integration“ lautet das Wort zum Montag – Einbeziehung etwa des früheren Gegners Karl-Georg Wellmann als Stellvertreter, stimmberechtigte Vorstandsmitglieder aus allen Ortsverbänden. Es wird ein interessanter Abend werden.

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