Charité : Allergie-Impfung aus Fäkalkeimen

Ärzte der Berliner Charité arbeiten an einer neuen Impfmethode für Allergiker. Der Schlüssel könnte in einem Gift aus speziellen Fäkalkeimen liegen.

Berlin - An 600 Säuglingen werde eine Substanz getestet, die Reste zweier Bakterien enthalte, die üblicherweise in Fäkalien leben, berichtete die "Berliner Morgenpost". Das Mittel, das täglich als Schluckimpfung verabreicht werde, solle die Babys gegen die häufigsten Allergien immun machen - von Katzenhaar- und Haselnuss-Allergien bis hin zum Heuschnupfen. Die Studie laufe noch bis Ende des Jahres, aber "die ersten Ergebnisse sehen sehr gut aus", sagte der Projektleiter und Allergologe der Charité, Eckard Hamelmann.

Auf die Spur der Substanz stießen die Forscher dem Bericht zufolge in Bayern. In Kinderbetten seien dort ungewöhnlich große Mengen spezieller Fäkalkeime gefunden worden. In dem Gift der Keime, dem Endotoxin, vermuten die Allergologen den Schlüssel zu einem wichtigen immunisierenden Prinzip: Die Bazillen, so die Theorie, könnten dafür verantwortlich sein, dass manche Kinder völlig immun sind gegen Allergien. Tatsächlich hätten Versuche mit Mäusen gute Resultate gebracht: Schluckten besonders empfindliche Tiere gleich nach der Geburt die Bakterienfragmente, waren sie ihr Leben lang gegen alle Arten von Allergien immun. (tso/ddp)

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