Berlin : Charité wird schlanker

20 der 128 Standorte in Berlin werden aufgegeben Erlöse fließen in Sanierung des Bettenhochhauses

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Die Charité will in Berlin mehr als 20 Standorte aufgeben. Ziel sei es, die Betriebsfläche um rund 30 Prozent zu reduzieren, sagte eine Sprecherin des Universitätsklinikums am Freitagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrates. „Mit den Außenstandorten sind einzelne Villen gemeint, die wir nicht mehr benötigen, aber auch große Grundstücke wie etwa das in der Monbijoustraße“. Über die Höhe der möglichen Einnahmen konnte die Sprecherin keine Angaben machen.

Der Erlös aus dem Verkauf der Immobilien solle in dringend notwendige Investitionen fließen, darunter die Sanierung des Bettenhochhauses am Campus Mitte. Seit eineinhalb Jahren sei die Fassade „stark sanierungsbedürftig“; das Gebäude ist deshalb mit einem Baugerüst samt Werbeplakat umhüllt. Das Plane werde noch „mindestens bis Februar 2008“ hängen, sagte die Sprecherin. Sollten die Sanierungsarbeiten länger dauern, werde auch die Standzeit des Baugerüstes verlängert. Zugleich sollen die Operations- und Intensivbereiche am Campus Benjamin-Franklin erneuert und ein Neubau für die so genannte Vorklinik in Mitte errichtet werden.

Langfristig, so die Sprecherin, werde die Zahl der Betten von „rund 3000“ auf 2700 gesenkt. Die Charité richte sich damit nach der Bettenplanung des Senats.

Der Vorstand hatte dem Aufsichtsrat den Abschlussbericht zum Betriebs- und Flächennutzungskonzept vorgestellt. Mit diesem Masterplan „Charité 2015“ und der Fortschreibung des Unternehmenskonzeptes „Charité 2010“ sind nach Angaben der Sprecherin die „entscheidenden Weichen für die Zukunft“ gestellt. „Die Charité hat nun die Grundlage für die Investitionsplanung bis ins Jahr 2011 gelegt“, teilte Vorstandschef Detlev Ganten mit. Dabei konzentriere sich die Charité im Wesentlichen auf die Entwicklung der Hauptstandorte Virchow-Klinikum, Mitte, Benjamin-Franklin und Buch. Wissenschaftssenator und Aufsichtsratschef Jürgen Zöllner (SPD) sagte, das Konzept könne dazu beitragen, die Charité zum „Innovationsmotor der Gesundheitsstadt Berlin“ weiterzuentwickeln.

Nach eigenen Angaben umfasst die Charité heute als gemeinsame Einrichtung der Freien Universität und der Humboldt-Universität rund 128 Kliniken und Institute. AG/ddp

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