Charlottenburg-Wilmersdorf : Mann bringt sich im Gefängnis um

Der 39-Jährige saß wegen einer politisch motivierten Straftat im Gefängnis. In seiner ersten Nacht stand er noch unter stündlicher Beobachtung.

In der der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee in Berlin tötete sich der Mann.
In der der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee in Berlin tötete sich der Mann.Foto: dpa

Nach nur zwei Tagen im Gefängnis hat sich ein 39-Jähriger in seiner Zelle getötet. Ein Justizsprecher bestätigte am Freitag entsprechende Angaben von Mitgefangenen. Demnach erhängte sich Daniel R. in der Nacht zum 27. Oktober in der JVA Plötzensee. Am 25. Oktober trat er seine Ersatzfreiheitsstrafe von 60 Tagen an, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlen konnte.

R. ist der fünfte Häftling, der sich in diesem Jahr das Leben genommen hat – und der dritte Ersatzfreiheitsstrafer. Mindestens einer von ihnen saß wegen Schwarzfahrens. R. saß nicht wegen Schwarzfahrens, wie so viele in Plötzensee, sondern wegen einer politisch motivierten Straftat.

In den beiden Vorjahren hatte es jeweils sieben Suizide gegeben. Bekanntlich meldet die Justiz Selbstmorde hinter Gittern nicht von sich aus. Daniel R. hatte in der ersten Nacht im Gefängnis unter stündlicher Beobachtung gestanden, weil er psychisch auffällig war und als gefährdet eingestuft wurde. Da er sich am nächsten Tag beruhigt hatte, verzichtete die JVA auf die stündlichen Kontrollen. Er wurde gegen 2 Uhr tot entdeckt.

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