• Checkpoint lädt zum Mauerfall-Konzert: Revolutionskaraoke mit Dirk Michaelis auf dem DDR-Laster

Checkpoint lädt zum Mauerfall-Konzert : Revolutionskaraoke mit Dirk Michaelis auf dem DDR-Laster

„Als habe einer die Fenster aufgestoßen“: Am Sonntag gibt's in Prenzlauer Berg Reden und Revolutionslieder zu hören – und die Wendehymne „Als ich fortging“.

Dies ist nicht bloß ein Robur-Lastwagen, sondern am Sonntag die Bühne für Dirk Michaelis und die Checkpoint-Band.
Dies ist nicht bloß ein Robur-Lastwagen, sondern am Sonntag die Bühne für Dirk Michaelis und die Checkpoint-Band.Fotos: Robert Ide, Kai-Uwe Heinrich

Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug des Checkpoint? Wie das Lied weitergeht, können Sie an diesem Sonntag, 3. November, live erleben – bei einer unserer Aktionen zum Jubiläum des Mauerfalls. Ab 15 Uhr zieht im Haffner-Kulturzentrum in Prenzlauer Berg – Prenzlauer Allee 227-228 – die Redaktions-Band des Tagesspiegel-Newsletters „Checkpoint“ andere Saiten auf, haut revolutionäre Gassenhauer raus und begleitet Stargast Dirk Michaelis bei seiner Wendehymne „Als ich fortging“. Die Bühne ist natürlich ein DDR-Lkw vom Typ Robur LO; unter freiem Himmel werden aufrührerische Reden gelesen und Parolen gerufen.

„Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen ...“ lautet der Titel unseres Open-Airs, zu dem der Checkpoint gemeinsam mit dem Bezirksamt Pankow und dem Theater an der Parkaue einlädt. Es verbindet Performance, Lesung, Gespräch und Musik. Die Überschrift verweist auf die Großdemo am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz, die größte nicht staatliche Demonstration in der Geschichte der DDR. 500.000 Menschen versammelten sich gegen staatliche Gewalt und für Meinungs- und Versammlungsfreiheit unterm Fernsehturm.

[Wer ist schuld am Alexanderplatz? Mit dem größten Platz Berlins verbinden viele nur Kriminalität, Chaos und Konsum. Hier finden Sie unser Interaktiv-Spezial, das Ursachen ergründet und Visionen diskutiert.]

Bei der Abschlusskundgebung, die von mehreren Ost-Berliner Theatern organisiert wurde, sprachen zahlreiche Kulturschaffende und Oppositionelle, aber auch Vertreter der Staatsmacht. „Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen ...“ ist ein Zitat aus der Rede von Stefan Heym. Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters an der Parkaue werden Losungen dieser und anderer Demonstrationen vortragen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Aufbruchs im Herbst 1989 ihre Erinnerungen schildern.

Die Veranstaltung findet im Hof des Kultur- und Bildungszentrums statt. Bei schlechtem Wetter steht die Ausstellungshalle des Museums Pankow direkt nebenan zur Verfügung. Dort sind in jedem Fall die Schauen „Graustufen – Innenansichten aus der DDR“ und „Gegenentwürfe – Der Prenzlauer Berg vor, während und nach dem Mauerfall“ sowie „Über das Nein hinaus – die radix-Blätter“ zu sehen. Der Eintritt zum Open-Air und den Ausstellungen ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. (Tsp, ide)

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