Christopher Street Day am Samstag in Berlin : Das ist der Höhepunkt

Nach den Pride Weeks die Krönung: Am Samstag werden rund eine Million Menschen zum Christopher Street Day und der Parade durch Berlin erwartet.

Farbe bekennen. Und feiern – dieses Wochenende in Schöneberg.
Farbe bekennen. Und feiern – dieses Wochenende in Schöneberg.Foto: Paul Zinken/dpa

Zur diesjährigen CSD-Parade in Berlin werden am Samstag wieder rund eine Million Menschen erwartet. Unter dem Motto: „Mein Körper - meine Identität - mein Leben!“ führt die jährliche Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen (LGBTTIQ) vom Kurfürstendamm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor. Etwa 60 Trucks und 27 Fußgruppen werden nach Angaben der Veranstalter an der bunt-schillernden Parade zum Christopher Street Day teilnehmen, die in Berlin zum 40. Mal stattfindet.

Die Geschichte des Berliner CSD in Bildern
So ging alles los: Beim 1. Berliner CSD zogen 1979 rund 500 Lesben und Schwule vom Savignyplatz über die Joachimsthaler Straße (im Bild) und den Kudamm zum Halensee.Weitere Bilder anzeigen
1 von 27Foto: Vedant Anke-Rixa Hansen
24.07.2018 12:08So ging alles los: Beim 1. Berliner CSD zogen 1979 rund 500 Lesben und Schwule vom Savignyplatz über die Joachimsthaler Straße (im...

Viele deutsche und globale Unternehmen beteiligen sich mit einem eigenen Truck an dem Homosexuellen-Umzug, genauso wie schwul-lesbische Gruppierungen in SPD, Linke, FDP und CDU sowie einige Bundesministerien und die Botschaften der Niederlande, Großbritanniens und der USA.

Auch die evangelische Kirche schickt wieder einen Truck unter dem Slogan „Liebe tut der Seele gut“ auf die Parade. Der 140 Personen fassende Lastwagen des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte steht unter der Schirmherrschaft von Berlins Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, die auch auf dem Truck mitfahren wird. „Dass wir vielfältige Lebensformen wertschätzen und als bereichernd wahrnehmen, ist für uns als Christinnen und Christen selbstverständlich und eine Frucht des Evangeliums“, sagte Trautwein.

Zum Auftakt des CSD-Wochenendes lädt am Freitagabend der Kirchenkreis Berlin Stadtmitte zu einem multireligiösen Gottesdienst in die St. Marienkirche am Alexanderplatz ein. Dazu werden unter anderem Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), die Menschenrechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates und Rabbiner Walter Homolka vom Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg erwartet. Die Predigt hält Bischöfin Rusudan Gotsiridze von der Evangelischen Kirche Georgien. Kooperationspartner des Gottesdienstes sind der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Der CSD ist der Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Pride Weeks, in denen mit Festen und Aktionen auf die LGBTTIQ-Community aufmerksam gemacht wird. Der Christopher Street Day erinnert an die Vorfälle rund um den 28. Juni 1969 in der „Stonewall Inn“-Bar an der New Yorker Christopher Street. Nach einer Polizeirazzia in der Schwulen-Bar demonstrierten Schwule und Lesben gegen Polizeiwillkür. Im Jahr darauf fanden in den USA die ersten Gedenkdemonstrationen an die Unruhen statt. Der erste „Christopher Street Day“ im damaligen West-Berlin wurde im Juni 1979 mit etwa 450 Demonstranten gefeiert. epd

+ + + Der Queereinsteiger. Vor 40 Jahren gründete Bernd Gaiser mit anderen Homosexuellen den Berliner Christopher Street Day. Warum der Kampf für ihn noch nicht vorbei ist, lesen Sie hier. + + +

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