City-West : Das KaDeWe-Parkhaus wird abgerissen

Nun heißt es Abschied nehmen: Am Freitag kommen das alte KaDeWe-Parkhaus nebst Brücke über die Passauer Straße weg.

Parkhaus des Westens. Wer zum KaDeWe mit dem Auto will, muss bald einen anderen Stellplatz suchen.
Parkhaus des Westens. Wer zum KaDeWe mit dem Auto will, muss bald einen anderen Stellplatz suchen.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Für viele ältere Berliner Autofahrer wird das der erste Kontakt mit einem Parkhaus gewesen sein: Passauer Straße rein, dann abgebogen zur Schranke, raufgeschraubt bis zum Stellplatz und schließlich zu Fuß gleich über die Brücke ins KaDeWe, wo man immer, immer auf der falschen Etage landete. Ein Höhepunkt der autogerechten Stadt – moderne Zeiten!

Aber wie das so ist: Nach den modernen kommen postmoderne Zeiten, und nach dem Parkhaus ist vor dem Parkhaus. Nostalgiker, die noch mal das echte Sechziger-Jahre-Gefühl suchen, müssen sich aber beeilen, denn ab Freitag ist nun wirklich Schluss, dann kommt nicht nur das Parkhaus weg, sondern auch die ziemlich hässliche Brücke über die Passauer, die nicht zum Urzustand gehörte, sondern erst später eingefügt wurde. Im Sommer wird der Neubau begonnen, fünf Etagen in die Tiefe. So ist das heute: Oberirdisches Parken rechnet sich in den Innenstädten schon lange nicht mehr.

Das Parkhaus am KaDeWe wird es in dieser Form nicht mehr lange geben.
Das Parkhaus am KaDeWe wird es in dieser Form nicht mehr lange geben.Foto: Paul Zinken/dpa

Fünf Etagen nach unten, das wird nicht allen Autofahrern zusagen. Aber moderne Parkhäuser sind hell und transparent, nicht mehr die schmuddeligen Angst-Orte aus den TV-Krimis. Und selbst die viel beschimpften SUV-Eigner dürfen angesichts breiterer Stellplätze eventuell mal aufatmen.

Später. Denn erst einmal kommen nun harte Zeiten für alle, die KaDeWe nicht ohne Auto können oder das Parkhaus als Ausgangspunkt fürs Tauentzien-Shoppen genutzt haben. Alternativen sind knapp: Gegenüber gibt es eine Tiefgarage, weiter hinten in der Straße ein oberirdisches Parkhaus – aber die über fehlenden 600 Stellplätze werden wohl auffallen.

Nehmen wir’s also als Trainingsprogramm: Shoppen mal ohne Auto. So lässt sich auch das reiche alkoholische Angebot der sechsten Etage ohne Reue ausprobieren.

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