No spectators, only participants!

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Community-Management in Berlin (5) : "Gatekeeper der Veränderung"

Was ist das Ziel von Barcamps? Was unterscheidet Sie von "normalen" Workshops, Seminaren und Veranstaltungsreihen?

 Barcamps sind ein internationales Netzwerk von "Unkonferenzen", also offenen, partizipativen Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern direkt bestimmt werden. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen und Interaktion der Teilnehmer untereinander. Die offene Atmosphäre in Kombination mit der Möglichkeit selber zu gestalten, führt zu sehr aktiven und innovativen Events. Der Grundsatz lautet: „No spectators, only participants!“ Das "Open-Sourcing" des Organisationsprozesses und der transparente Charakter der Veranstaltung haben Barcamps in kurzer Zeit zu großem Erfolg verholfen.

Inzwischen ist die Nachfrage – 2013 fanden und finden insgesamt über 70 Barcamps allein in Deutschland statt, Tendenz steigend - danach so groß geworden, dass zunehmend Themencamps veranstaltet werden, die sich speziellen Aspekten widmen, so wie das Community Camp.

Was ist die Erfahrung, im Zuge der Barcamps, die Sie am meisten geprägt hat?

 Seit 2007 organisiere ich Barcamps und die Faszination des Veranstaltungsformats hat mich seit dem nicht los gelassen. Menschen, die ein gemeinsames Thema verbindet treffen sich auf Augenhöhe, kreieren sich ihren Tag und teilen ihr Wissen. Insbesondere dieser selbstbestimmte und partizipatorische Charakter der Barcamps gefällt mir sehr. Wir als Organisatoren stellen immer nur die Zelte auf. Mit Leben werden sie von den Teilnehmern gefüllt.

Auch wenn sich das Format an sich über die Jahre natürlich weiter entwickelt hat und einige Barcamp Theoretiker und Nostalgiker diese Entwicklung eher kritisch begleiten, haben Barcamps für mich nichts an Innovationskraft verloren. Wichtig ist mir, dass bestimmte Regeln eingehalten werden, so wie die Vorstellungsrunde zu Beginn, die Veranstaltungsplanung vor Ort, die Bereitschaft sich persönlich einzubringen und die offene Dokumentation der Ergebnisse.

Ärgern tue ich mich bisweilen über die kostenlose all inklusive Mentalität mancher Barcamper und wenn man sich als Teilnehmer anmeldet und dann doch nicht kommt. Viele Barcamps leiden unter sogenannten „No Show Raten“ und sehen sich zunehmend gezwungen Teilnahmegebühren auch für Barcamps zu erheben, deren Teilnahme eigentlich kostenlos sein könnte. Doch auch das gehört mittlerweile halt dazu und der Frust verfliegt schnell, wenn man in der obligatorischen Feedbackrunde überwiegend bis ausschließlich positive Rückmeldungen zur Veranstaltung erhält.

 

Warum ist, Ihrer Meinung nach, der Austausch in dieser Branche so wichtig?

 Austausch und Wissenstransfer ist in jeder Branche wichtig. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Community- und Social Media Manager besonders kommunikativ und intensiv vernetzt ist. Der Austausch erfolgt dabei übrigens nicht nur online, wie man vermuten könnte, sondern auch sehr intensiv im echten Leben, auf einem der regelmäßigen Stammtische in ganz Deutschland oder ganz klassisch beim Feierabendbier in der Eckkneipe, beim gemeinsamen Kochen oder Sport treiben.

Ein wichtiger Aspekt des intensiven Austausches zwischen unseren Communitycampern liegt auch darin begründet, dass es kein eindeutig etabliertes Berufsbild gibt und ganz unterschiedliche Strukturen in denen sie beruflich agieren. Schlussendlich unterliegen die Rahmenbedingungen der täglichen Arbeit der Community- und Social Media Manager, jene die ja auch Themen unseres Camps sind, einem stetigen Wandel, der den regen Austausch unabdingbar macht. Aktuell haben wir als Organisatoren des #ccb13 eine Umfrage in Auftrag gegeben, die mit Unterstützung von Kollegen des Instituts für Soziologie der TU Berlin und dem Münster Research Institute durchgeführt wird und wichtige Erkenntnisse zur soziologischen Perspektive des Community Camps als Barcamp allgemein und des Beschäftigungsfeldes seiner Besucher speziell, liefern wird. Darauf bin ich sehr gespannt.

Am 26. und 27. Oktober 2013 treffen sich Community- und Social Media Manager aus ganz Deutschland zum mittlerweile sechsten Mal in der Cimdata Medienakademie Berlin zum Community Camp.
Am 26. und 27. Oktober 2013 treffen sich Community- und Social Media Manager aus ganz Deutschland zum mittlerweile sechsten Mal in...Foto: Micial Media

Was würden Sie werdenden Community Managern raten?

 Natürlich das sie unser Communitycamp besuchen.  Und das, was ich auch meinen Kindern mit auf den Weg gebe: bleibt neugierig!

Am 26. und 27. Oktober 2013 treffen sich Community- und Social Media Manager aus ganz Deutschland zum mittlerweile sechsten Mal in der Cimdata Medienakademie Berlin zum CommunityCamp (#ccb13), einem Themencamp der beliebten Barcampreihe. Initiatoren und Teilnehmer freuen sich auf zwei intensive Tage des Wissensaustausches und Networking rund um die Fragestellungen, wie veränderte Möglichkeiten der Kommunikation und des Dialogs, unser soziales, politisches und wirtschaftliches Miteinander verändern.

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