Corona-Krise verzögert Tesla-Termin : „Fragen Sie das Virus, wo und wann eine Veranstaltung stattfinden kann“

Ein im März geplanter Erörterungstermin für die Gigafabrik in Grünheide verzögert sich um unbestimmte Zeit. Eigentlich kommt Tesla aber gut durch die Krise.

Gerodeter Kiefernwald auf der Baustelle für die Tesla-Fabrik in Grünheide im Februar.
Gerodeter Kiefernwald auf der Baustelle für die Tesla-Fabrik in Grünheide im Februar.Foto: Patrick Pleul/dpa

Der öffentliche Erörterungstermin für Einwände gegen den Bau der Fabrik des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin wird durch die Corona-Krise weiter verzögert.

Ursprünglich sollte er im März stattfinden, ein neues Datum könne nicht genannt werden, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtages. „Fragen Sie das Virus, wo und wann eine Veranstaltung stattfinden kann“, sagte er auf Nachfragen. Geltende Einschränkungen betreffen derzeit unter anderem die Zusammenkünfte von mehreren Menschen.

Steinbach zeigte sich sicher, dass im kommenden Jahr in Grünheide die ersten Elektroautos vom Band laufen, „wenn vielleicht auch nicht unter Volllast“. Die Kreativität des Unternehmens sei enorm, sagte er. Durch neue Anbieter werde unter anderem Zeit beim Bau der Fabrik eingespart.

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Der Minister betonte, dass Tesla alle bereits vorgenommenen Arbeiten auf eigenes finanzielles Risiko übernehme, solange die Genehmigungen nicht vorliegen. Das Unternehmen sei sich der Verantwortung bewusst. „Rückbau ist meist teurer als die Baumaßnahmen.“ Im Mai sollen nach Angaben von Steinbach alle Unterlagen für das Genehmigungsverfahren von Tesla vorliegen. Gerade werde geprüft, ob die von Tesla geplante Fundamentplatte für die Fabrik bereits jetzt verlegt werden könne.

Alle Einwendungen, die alten und neu hinzugekommene, würden weiter bearbeitet, sagte Uwe Steffen, stellvertretender Leiter der Abteilung Energie und Rohstoffe im Wirtschaftsministerium.

Tesla verzeichnet als einziger Hersteller Zuwachs in der Krise

Tesla will in seinem ersten in Europa geplanten Werk in Grünheide von 2021 an bis zu 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen.

Der Elektroauto-Pionier ist der einzige Hersteller, der die Krise in Deutschland bisher schadlos überstanden hat. Das geht aus der jüngsten Statistik das Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg vom Mittwoch hervor. Während die Zahl der Auto-Neuzulassungen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 61,1 Prozent eingebrochen ist, erzielte Tesla in Deutschland einen Zuwachs von rund zehn Prozent. (dpa, AFP)

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