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Coronavirus in Berlin : Lederer begrüßt Kultur-Milliarde, sieht Betroffenen aber nicht genug geholfen

Senator zur Milliarden-Hilfe: Stellenwert der Kultur geringer + Städtische Vermieter: Nur wenige Anträge auf Mietstundung + R-Wert sinkt auf 0,85 + Der Berlin-Blog.

Klaus Lederer (Die Linke), Kultursenator von Berlin.
Klaus Lederer (Die Linke), Kultursenator von Berlin.Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) angekündigten Hilfen für Kulturschaffende in Höhe von einer Milliarde Euro grundsätzlich begrüßt – sieht den Betroffenen aber nicht genug geholfen. „Es ist gut, dass drei Monate nach Beginn der Pandemie die Kultur nun auch durch die Bundesregierung adressiert wird“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die Milliarde zeigt aber den Stellenwert der Kultur – etwa im Vergleich zur 9-Mrd.-Subventionierung einer Airline.“ Leider werde sie nicht Ländern und Kommunen bei der Infrastruktursicherung helfen.

Die Kulturschaffenden würden mit Überbrückungshilfen bis September „keine soziale und berufliche Perspektive“ erhalten – die Kultur sei zuerst und werde am längsten von der Pandemie betroffen sein. Diese sei im September nicht vorbei. (Mehr dazu im Blog unten.)

Die rund 340.000 Mieter der städtischen Berliner Wohnungsunternehmen überweisen auch in der Corona-Krise weiter ihre Miete. Ende Mai lagen lediglich 1157 Anträge auf Mietstundung vor, wie aus einer Erhebung hervorgeht, die rbb24-Recherche vorliegt. Dabei gehe es insgesamt um rund 744.000 Euro. Dieses Geld müssen die Mieter später nachzahlen.

So stark wie die Reproduktionszahl zuletzt nach oben ausschlug, so stark ist sie am Donnerstag auch wieder gesunken. Die Senatsgesundheitsverwaltung übermittelte am Abend einen R-Wert von 0,85. Damit springt die Corona-Ampel für die Reproduktionszahl wieder um und alle drei Corona-Ampeln stehen auf Grün. Lediglich 3,6 Prozent der Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt. 5,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche sind ebenfalls im grünen Bereich.

"Der insgesamt rückläufige Trend der Neuinfektionen setzte sich in der 22. Meldewoche nicht fort", teilt die Gesundheitsverwaltung hierzu allerdings mit. "Die Fallzahl in der vergangenen Meldewoche liegt etwas über der Zahl der Vorwoche." Eine Momentaufnahme: 45 bestätigte Neuinfektionen am Donnerstag sind der höchste Tageswert seit zwei Wochen. 6412 von 6945 Infizierten gelten inzwischen als genesen. 200 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, seit Mittwoch war kein weiterer Todesfall zu verzeichnen. Aktuell sind somit 333 aktive Fälle bekannt, 21 mehr als am Vortag. 123 Betroffene liegen im Krankenhaus, 46 von ihnen auf Intensivstationen.

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