Berlin : Das neue Kreuz soll 700 000 Euro kosten

Gestern wurden die Bauvorhaben für den Dom vorgestellt. Arbeiten an der Kuppel dauern bis Mai 2008

Helmut Caspar

Bis zum Mai 2008 soll es stehen, das neue Kreuz auf dem Berliner Dom. Das sagte gestern Irmgard Schwaetzer, die Vorsitzende des Domkirchenkuratoriums, als sie die aktuellen Bauvorhaben vorstellte. In einer spektakulären Aktion waren die vergoldete Laternenbekrönung und das darauf stehende Kreuz im Dezember von der Kuppel des Berliner Doms genommen worden. Untersuchungen hatten ergeben, dass die noch aus DDR-Zeiten stammende Laterne wegen gravierender Rostschäden nicht mehr standfest war. „Doch die Wiederaufrichtung wird etwa 700 000 Euro kosten. Eine Summe, die die Domgemeinde nicht allein aufbringen kann“, sagte Schwaetzer.

Da die 16 Meter hohe und 12,5 Tonnen schwere Laterne sowie das Kreuz so marode sind, dass sie nicht mehr verwendbar sind, müssen sie neu gebaut werden, wobei das Landesdenkmalamt auf einer genauen Rekonstruktion der Fassung aus den 1980er Jahren besteht. Der erneute Aufbau sei aber zu schaffen, so Schwaetzer, weil es finanzielle Zusagen vom Kulturstaatsminister Bernd Neumann in Höhe von 200 000 Euro gebe. Die Domverwaltung stehe darüber hinaus mit dem Senat in Verhandlungen über eine ähnliche Summe.

Außerdem müssten, wie Dombaumeister Stefan Felmy ergänzt, auch die Kupferengel auf dem Kuppelkranz auf ihre Standfestigkeit überprüft und die im Domarchiv befindlichen Bauzeichnungen aus der Kaiserzeit gesichtet und restauriert werden. Auch dafür würden mehrere 100 000 Euro veranschlagt. „Wir hoffen, die Finanzierungslücke von etwa einer halben Million durch Spenden aus der Wirtschaft, von Verbänden, aus der Domgemeinde und von Freunden und Besuchern des Doms füllen zu können“, sagte Felmy. Berlin brauche das Kuppelkreuz als weithin sichtbares Wahrzeichen. Aus diesem Grund würde jetzt verstärkt in allen Gottesdiensten, bei Konzerten und Führungen, die der Dom veranstaltet, für das Projekt geworben.

Im Jahr 2006 ist die Gemeinde der Oberpfarr- und Domkirche weiter gewachsen. Derzeit gebe es 1060 Mitglieder, sagte Domprediger Friedrich-Wilhelm Hünerbein. Von den 686 000 Besuchern zahlten 460 000 als Eintritt die so genannte Domerhaltungsgebühr. Die Gemeinde hat einen Jahresetat von vier Millionen Euro.

Für Spenden ist ein Konto eingerichtet worden: Kto-Nr: 2007 2008 bei der KD-Bank e. G., BLZ 350 601 90. Weiteres im Internet: www.berliner-dom.de.

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