Heftiger Streit hinter den Kulissen

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DDR-Vergangenheit : Dauerstreit um neue KGB-Gedenkstätte in Potsdam

Vor der offiziellen Eröffnung versammelten sich rund 100 Vertreter der Zeitzeugen-Initiative vor dem Gebäude zu einer Menschenkette. Richard Buchner, Chef des Gedenkstättenvereins, zeigte sich nach Platzecks Ansprache zwar versöhnlich, der Regierungschef habe den richtigen Ton getroffen. Dennoch forderte er weiterhin die Absetzung der Gedenkstätten-Leiterin Ines Reich. Sie war vor vier Wochen von einem früheren Häftling sogar attackiert worden, dem sie den Zutritt zu dem Gebäude verwehrt hatte.

Tatsächlich hatte es im Vorfeld hinter den Kulissen heftige Auseinandersetzungen um die Details der Schau gegeben. Mehrfach war die Eröffnung verschoben worden, die Ausstellungsmacher mussten auf Druck des wissenschaftlichen Beirats nachbessern. „Offensichtlich gehen die Erwartungen auseinander“, sagte Reich gestern. „Wir wollten ein modernes zeithistorisches Museum, andere eher ein Mahnmal.“ Sie sei zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit.

In dem Gebäude befand sich von 1945 bis 1989 das zentrale Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Spionageabwehr in Ostdeutschland. Bis in die 50er Jahre wurden hier Deutsche unter Spionageverdacht inhaftiert, zu Tode verurteilt und in die Gulag-Lager nach Sibirien geschickt.Die neue, rund 1000 Quadratmeter große Dauerausstellung umfasst rund 400 Fotos, Dokumente und Medienstationen. Dabei werden 50 Häftlingsschicksale exemplarisch dargestellt. Bund und Land finanzierten das Projekt mit knapp 800 000 Euro. Gleich in der Nähe liegt das Schloss Cecilienhofs, wo die Alliierten 1945 mit dem Potsdamer Abkommen Deutschlands Aufteilung aushandelten.

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