"Deadpool 2"-Vorstellung in Berlin : Rollende Köpfe für die ganze Familie

Ryan Reynolds plaudert im Café Moskau über „Deadpool 2“. Doch Kollegin Zazie Beetz stiehlt ihm die Show – mit ihren Großeltern.

Antonia Bretschkow
Bei der Pressekonferenz in Berlin präsentieren Ryan Reynolds, Zazie Beetz und Josh Brolin (von links).
Bei der Pressekonferenz in Berlin präsentieren Ryan Reynolds, Zazie Beetz und Josh Brolin (von links).Foto: dpa

Wie praktisch, da kann sie gleich noch bei den Großeltern in Lichtenberg vorbeischauen. Wenn sie schon mal in der Stadt ist, in der sie vor 26 Jahren geboren wurde. Als Tochter eines deutschen Möbelschreiners wuchs Zazie Beetz allerdings in New York auf, wo sie sich nach dem Besuch einer Highschool für Kunst und Schauspiel und einem Französisch-Studium über diverse Kurzfilme und schließlich die Hauptrolle in der Fernsehserie „Atlanta“ den Weg in die Filmbranche bahnte.

Am Freitagvormittag durfte sie, vorgefahren im schwarzen Auto mit dunklen Scheiben, für eine Pressekonferenz im Café Moskau nahe des Alexanderplatzes in ihre Geburtsstadt zurückkehren. An Seiten der beiden Hollywood-Größen Ryan Reynolds und Josh Brolin stellte sie den actionreichen Film des Marvel-Franchises „Deadpool 2“ vor, der am 17. Mai in den deutschen Kinos startet und in dem sie in der Rolle der Mutantin Domino einen der Hauptcharaktere verkörpert.

Selbstbewusst, frisch und gefasst stellt sich die junge Schauspielerin neben ihren lässig scherzenden Kollegen dem Andrang an Presse und Fans. „Ich durfte in einem super unterstützenden Umfeld drehen. Den einzigen Druck habe ich mir selbst vermittelt.“

Ein Familienfilm war geplant

Dem schließt sich der kanadische Schauspieler und Filmproduzent Ryan Reynolds an. Die Zusammenarbeit habe perfekt funktioniert, gemeinsam habe man an Texten gefeilt und Charaktere bis ins kleinste Detail erdacht. Und wenn die Fantasie bei der Ideen- und Stunt-Entwicklung dann doch zu weit schlug, sei auf Regisseur David Leitch Verlass gewesen: „Dave war toll, er beschützte mich davor, geradewegs in einen Swimmingpool voller zerbrochenem Glas zu springen“, sagt Reynolds.

Gemeinsam habe man einen Familienfilm machen wollen. Das Ergebnis jedoch zeigt sich wenig geeignet für gemütliche Familienabende. Rollende Köpfe, scharfe Schüsse und schwer bewaffnete Mutanten lassen den Zuschauer immer wieder im Kinosessel zusammenzucken und auf den nächsten erlösenden Lacher warten. Ryan Reynolds lacht da nur. „Kinder sollen eben schnell erwachsen werden.“

Und schließlich begebe sich der sonst so skrupellos zynische Antiheld Deadpool, der normalerweise „einen Scheiß“ auf die Rettung der Welt gebe, in diesem Film auf die ganz besondere Reise zur Selbstlosigkeit, indem er alles investiert, den jungen feuersprühenden Mutanten Russel vor einem zeitreisenden Krieger namens Cable, gespielt von Josh Brolin, zu retten, argumentiert Reynolds. Mit ihrer bestimmten, dynamischen Art übernimmt Zazie Beetz dabei einen erfrischenden Counterpart zu Deadpool.

Inmitten eines ständigen männlich dominierten Kräftemessens repräsentiert sie eine starke Frau, wenn ihr Charakter auch nur mit der sehr platonischen Superkraft „Glück“ ausgestattet ist. Über die besondere Fähigkeit ihres Charakters Domino sagt Zazie Beetz: „Glück ist: Harte Arbeit trifft Gelegenheit.“

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