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Debatte um Görlitzer Park : Grünen-Fraktionschefin fordert Selbstverteidigung an allen Schulen

Wie sicher ist Berlin? Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann hat diese Debatte neu entfacht. Ein Vorschlag nimmt die Schulen in den Blick.

Wer sich wehren kann, wird seltener zum Opfer: Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel fordert Selbstverteidigungskurse an allen Schulen.
Wer sich wehren kann, wird seltener zum Opfer: Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel fordert Selbstverteidigungskurse an allen...Foto: Gregor Fischer/dpa

Angesichts der jüngsten Debatte über die Sicherheit in Berliner Grünanlagen wie dem Görlitzer Park fordert Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel Selbstverteidigungskurse an allen Berliner Schulen. Auf Twitter schrieb Gebel am Freitagvormittag: "An jeder Schule sollte es Selbstverteidigung für alle Kinder geben." Damit sollten Mädchen schon von klein auf stark gemacht werden, schrieb Gebel weiter. Denn: "Starke Mädchen werden zu starken Frauen!"

Gebel, die an der Seite von Antje Kapek die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus leitet, bezog sich darüber hinaus auf die Aussage ihrer Parteifreundin Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg. Die hatte am Tag zuvor eingeräumt, nicht allein im Dunkeln durch Berliner Parks zu gehen. Das sei ihr zu gefährlich. Gebel dazu: "Jede Frau kennt das: Auch ich gehe wie alle meine Freundinnen nachts in Mitte, Reinickendorf oder Pankow durch keine dunklen Ecken oder Parks. Monika Herrmann ist mit ihrer Angst nicht alleine. Wir müssen die Frage beantworten: Warum gibt es so viele Angsträume in Berlin?"

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel betonte Gebel, die aktuelle Debatte dürfe sich nicht allein auf den als Drogenumschlagplatz bundesweit bekannten Görlitzer Park konzentrieren. "Es geht um das Sicherheitsempfinden von Frauen, in der ganzen Stadt", sagte Gebel. Ihrer Erfahrung nach habe jede Frau eine Strategie, wie sie abends sicher nach Hause kommt. Vor diesem Hintergrund forderte Gebels Fraktionskollegin June Tomiak ebenfalls via Twitter: "Wir müssen vor allem Männer gesellschaftlich in die Pflicht nehmen."

Tags zuvor hatten die Aussagen der für ihren Kurs in Sachen Görlitzer Park zuletzt scharf kritisierten Herrmann zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Während SPD-Innenexperte Tom Schreiber eine Art Krisengipfel für den Görlitzer Park gefordert hatte, an dem Senat, Bezirk, Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft beteiligt sein sollte, wurde die Bezirkschefin vor allem aus Polizeikreisen attackiert.

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), erklärte: „Es tut uns leid für die Bürgerin Monika Herrmann, dass sich die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann vor ihrer politischen Verantwortung drückt.“

Polizeipräsidentin Barbara Slowik erklärte dem Tagesspiegel: „Ich bedauere, dass Frau Herrmann diese Ängste hat. Ich persönlich bewege mich frei davon in unserer Stadt – in ganz Berlin.“ Dennoch sei ihr das Sicherheitsgefühl aller Berliner und der Gäste sehr wichtig.

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Tatsächlich war die Zahl der registrierten Straftaten im Görlitzer Park zuletzt drastisch gestiegen. Ein aus der Polizeibehörde stammender und durch Innenstaatssekretär Torsten Akmann öffentlich gemachter Vorschlag, den Park nachts abzuschließen, fand jedoch kaum Unterstützer. Auch Herrmann sprach sich dagegen aus.

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