• Deutsche Einheit: Veteranen der Wiedervereinigung wollen schnellen Bau der Einheitswippe

Deutsche Einheit : Veteranen der Wiedervereinigung wollen schnellen Bau der Einheitswippe

Ostdeutsche Politiker und Bürgerrechtler fordern einen sofortigen Baubeginn für das Einheitsdenkmal. Die Verlegung der Wippe an den Reichstag lehnen sie ab.

Für die Einheitswippe: Sabine Bergmann- Pohl (v.l.), Wolfgang Thierse, Lothar de Maizière und Günter Nooke.
Für die Einheitswippe: Sabine Bergmann- Pohl (v.l.), Wolfgang Thierse, Lothar de Maizière und Günter Nooke.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Jetzt darf nichts mehr schiefgehen, ist auf den Gesichtern der Veteranen zu lesen, die sich hier versammelt haben, Ost-Veteranen der deutschen Einheit: Sabine Bergmann-Pohl, letzte Volkskammer-Präsidentin, Wolfgang Thierse, Ex-Bundestags-Präsident, Lothar de Maizière, letzter Ministerpräsident der DDR, und Günter Nooke, DDR-Bürgerrechtler und Kulturpolitiker. Sie möchten, dass das Einheitsdenkmal jetzt endlich gebaut wird. Ohne Umschweife, sofort. „Es kann losgehen“, sagt Thierse.

Anlass des Fototermins vor dem künftigen Bauplatz, der Schlossfreiheit, ist die notarielle Beurkundung der Übertragung des Grundstücks für die Wippe an den Bund. Der ist jetzt Eigentümer, also sollte der Haushaltsausschuss des Bundestags am 27. September die Gelder für die Wippe freigeben, finden die Veteranen.

Und weil die Baugenehmigung im Oktober ausläuft, möge der Berliner Senat sie doch umstandslos verlängern. In zwei Jahren, zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung, könne dann ja vielleicht auch etwas stehen, sagte de Maizière demütig. Eigentlich hätte die Wippe zum 30. Jahrestag des Mauerfalls 2019 fertig sein sollen.

Dem Vorschlag, die Wippe an den Reichstag zu verlegen, können die Ost-Veteranen natürlich wenig abgewinnen. Am Palast der Republik sei die Einheit erkämpft worden, nicht am Reichstag, sagte Thierse. Wenn auf dem Fundament des Palastes, hinter der künftigen Einheits-Wippe, jetzt wieder ein Schloss an die preußisch-deutsche Monarchie erinnert, müsse man das dialektisch betrachten, erklärte de Maizière.

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