Deutsches Rettungsschiff "Lifeline" : Auch Berlin will Schiffsflüchtlinge aufnehmen

Nach Tagen des Ausharrens auf dem Ozean soll die "Lifeline" in Malta anlegen dürfen. Der Berliner Senat bietet den Flüchtlingen Hilfe an.

Paul Nachtwey
Das Rettungsschiff "Lifeline" mit 230 Migranten soll nach tagelanger Blockade in Malta anlegen dürfen.
Das Rettungsschiff "Lifeline" mit 230 Migranten soll nach tagelanger Blockade in Malta anlegen dürfen.Foto: AFP/Hermine Poschmann

Der Berliner Senat ist bereit, Flüchtlinge von dem vor Malta liegenden deutschen Rettungsschiff „Lifeline“ aufzunehmen. „Selbstverständlich ist Berlin bereit, im Rahmen eines solchen gemeinsamen Lösungsansatzes Hilfe zu leisten und Menschen aufzunehmen“, erklärte die Berliner Regierungssprecherin Claudia Sünder am Dienstag. Rechtlich braucht das Land aber die Erlaubnis der Bundesregierung.

Etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder können seit fünf Tagen nicht an Land gehen, da kein europäisches Land einen sicheren Hafen zusichert. Die Lage an Bord der „Lifeline“ hatte sich durch starken Seegang und Krankheitsfälle unter den Flüchtlingen zugespitzt.

Am Dienstag teilte die italienische Regierung schließlich nach Verhandlungen mit, das Schiff könne in Malta anlegen. Malta aber will die Migranten nur dann aufnehmen, wenn sie anschließend auf andere EU-Staaten verteilt werden. Bislang haben Frankreich und Italien zugesagt, einem Teil der Flüchtlinge zu helfen. Auch Städte in Spanien und das Land Schleswig-Holstein haben ihre Hilfe angeboten.

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