Und wer gewann in Neukölln?

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Die aufgeteilte Stadt : Wer in Berlin die Direktmandate gewinnt
Rainer W. During Lars Törne

TEMPELHOF-SCHÖNEBERG
Am Ende war von einem Kopf-an-Kopf-Rennen nichts mehr zu spüren. Ganz souverän wiederholte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak seinen Wahlerfolg und gewann das Direktmandat klar mit knapp 35 Prozent. Damit konnte er sogar ein paar Prozentpunkte mehr einfahren als die Union im Bezirk. Vor vier Jahren war die Bundestagsabgeordnete Renate Künast noch auf dem zweiten Platz gelandet, jetzt lag sie mit rund 20 Prozent nur noch an dritter Stelle: SPD-Kandidatin Mechthild Rawert konnte sich vorschieben.

NEUKÖLLN
SPD-Kreischef Fritz Felgentreu hat es im zweiten Anlauf geschafft. Gegen den Bundestrend entschied er den Wahlkreis für sich, mit knappem Vorsprung vor seiner Gegenkandidatin Christina Schwarzer von der CDU. Zum ersten Mal seit 35 Jahren habe die SPD den Wahlkreis gegen den Bundestrend geholt, freute sich Felgentreu. Auch bei den Zweitstimmen konnte die SPD ein Plus von fünf Punkten gegenüber 2009 einfahren. Die durch langwierige Querelen geschwächte Bezirks-CDU konnte nur um vier Punkte auf knapp 30 Prozent wachsen.

So hat Berlin gewählt
Über die Wahlbeteiligung in der Stadt beklagte sich diesmal keiner. 72,4 Prozent stimmten der Wahlberechtigten stimmten ab. Weitere Ergebnisse und Eindrücke sehen Sie in unserer Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: dpa
22.09.2013 23:51Über die Wahlbeteiligung in der Stadt beklagte sich diesmal keiner. 72,4 Prozent stimmten der Wahlberechtigten stimmten ab....

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG/PRENZLAUER BERG OST
Christian Ströbeles Erststimmenkampagne hat erneut verfangen, allerdings auf geringerem Niveau. 2009 hatte Ströbele mit 46,7 Prozent gewonnen, diesmal lag er mit knapp 40 Prozent vor der Linken Halina Wawzyniak und SPD-Frau Cansel Kiziltepe (je 18 Prozent). Insgesamt brachen die Grünen in ihrer Hochburg bei den Zweitstimmen tiefer ein als im Bundesdurchschnitt. Die Linke liegt bei den Zweitstimmen mit 25 Prozent vor den Grünen, die knapp 21 Prozent holten.

TREPTOW-KÖPENICK
Einmal mehr hat Gregor Gysi die Erst- und Zweitstimmenergebnisse hier entkoppeln können: Mit gut 42 Prozent der Erststimmen lag der Linken-Promi knapp hinter seinem bisherigen Rekord von 2009. CDU-Mann Fritz Niedergesäß folgt mit rund 20 Prozentpunkten Abstand, liegt aber immerhin klar vor Matthias Schmidt. Der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung wollte die einstige Hochburg seiner Partei zurückerobern – und scheiterte noch deutlicher als SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel 2009.

MARZAHN-HELLERSDORF
Trotz massiver Verluste hat die Linke Petra Pau ihr Direktmandat verteidigt. Zulegen konnte CDU-Spitzenkandidatin Monika Grütters, die mit rund 26 Prozent der Erststimmen einen respektablen zweiten Platz in der tiefroten Hochburg erreichte. Abgeschlagen mit etwa 17 Prozent folgt Iris Spranger (SPD). Grüne und NPD sind mit jeweils knapp vier Prozent zwei gleich starke Splitterparteien im Bezirk. Anders als in anderen Bezirken konnte die Neonazitruppe offenbar von ihrer Hetzkampagne gegen das Hellersdorfer Asylbewerberheim profitieren.

LICHTENBERG
Linken-Abgeordnete Gesine Lötzsch hat Lichtenberg wieder für sich entschieden, aber mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als 2009. Damals holte sie 47,4 Prozent. Diesmal liegt sie mit 40 Prozent immer noch deutlich vorne. Zweiter wird Martin Pätzold (CDU) mit 23 Prozent, gefolgt von Erik Gührs (SPD) mit knapp 20 Prozent. Die CDU holte immerhin 23 Prozent der Zweitstimmen (plus 7), die Linke büßte etwa ebenso viel ein.

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