„Die Party ist vorbei“ : Berlins Unternehmen sorgen sich um die Zukunft

Die jüngste Konjunkturumfrage von Handwerkskammer und IHK Berlin zeigt: Erstmals seit fast zehn Jahren befürchten Unternehmen einen Abschwung.

Neubau-Wohnungen entstehen auf einer Baustelle in Berlin-Kreuzberg.
Neubau-Wohnungen entstehen auf einer Baustelle in Berlin-Kreuzberg.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlins Unternehmen blicken besorgt in die Zukunft: Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage von Handwerkskammer und IHK Berlin, die am Freitag vorgelegt wurde. Für die Auswertung wurden 1000 Berliner Unternehmen und Hamdwerksbetriebe befragt, die Umfrage ist daher repräsentativ.

Der Geschäftsklimaindex, also die Sicht auf die Wirtschaftslage, sei demnach von 143 Punkten im Vorjahr auf aktuell 119 Punkte gesunken. Einen ähnlich starken Einbruch habe es zuletzt im Verlauf der Finanzkrise 2008 gegeben, sagte IHK-Geschäftsführer Jan Eder. "Die Party ist vorbei."

Erstmals seit fast einem Jahrzehnt seien die Unternehmen wieder mit der Gefahr eines Abschwungs und sinkendem Wachstum konfrontiert. "Daran hat leider auch die Berliner Politik ihren Anteil, denn 67 Prozent der Unternehmen sehen in der aktuellen Wirtschaftspolitik ein Risiko für ihre unternehmerische Entwicklung", sagte Eder.

Grund für Pessimismus sei vor allem Mietendeckel

Tatsächlich zeigen die Umfrage-Ergebnisse eine negative Entwicklung. Hatten im Herbst 2018 noch 35 Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte in der Zukunft, sind es im Jahr später nur noch 23 Prozent der Betriebe. Die Zahl der Betriebe, die schlechtere Geschäftserwartungen haben, verdreifachte sich derweil von sieben auf 21 Prozent. Grund für diese pessimistischen Aussichten sei vor allem der geplante Mietendeckel in Berlin.

"Besonders die Betriebe aus dem Bau- und Ausbauhandwerk sehen jetzt schon die negativen Auswirkungen des Mietendeckel", sagte Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. "Die Handwerksbetriebe erwarten Umsatzverluste in Millionenhöhe. "Diese Entwicklung könnte sich demnächst auch auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Während in den vergangenen Jahren jedes dritte Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen wollte, trifft das mittlerweile nur noch auf jeden vierten Betrieb zu. Der Anteil der Unternehmen, der Beschäftigung abbauen muss, habe dagegen von neun auf 14 Prozent zugenommen, heißt es in der Auswertung der Kammern.

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