Berlin : Dirigent mit Rastalocken

Bobby McFerrin ist heute Gast in der Philharmonie

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Er macht seit mehr als 30 Jahren Musik, hat 15 Alben veröffentlicht und acht Grammys gewonnen. Er tritt auf JazzFestivals auf und kann mit seiner Stimme mehrere Instrumente gleichzeitig imitieren. Und trotzdem kennen die meisten Menschen Bobby McFerrin nur wegen seines Ohrwurms „Don’t worry be happy“. Damit landete der New Yorker 1988 einen weltweiten Hit. Und verdiente eine Menge Geld, wie McFerrin sagt. Deshalb nimmt er es gerne in Kauf, dass ihm heute noch Fremde auf der Straße gelegentlich ein fröhliches „Uuuh, uuh uuh uuh uuh uuh uuh uuuh“ vorsingen – so geht der Refrain des Songs.

Am heutigen Dienstagabend zeigt der 56-Jährige, dass er auch etwas von Klassik versteht: In der Philharmonie dirigiert McFerrin das Münchner Rundfunkorchester, auf dem Programm stehen unter anderem Ravel, Mozart und Mendelssohns vierte Symphonie. „Mein Repertoire ist noch begrenzt“, sagt McFerrin, schließlich habe er erst mit 40 zum ersten Mal hinterm Pult gestanden. Deswegen möchte er auch nicht „Dirigent“ genannt werden, „Maestro“ schon gar nicht, das wäre nicht fair gegenüber allen Vollprofi-Dirigenten, grinst er. „Bei mir sieht es immer noch ein bisschen komisch aus.“

Auf jeden Fall soll es heute Abend in der Philharmonie locker zugehen, zwischen den Stücken macht Bobby McFerrin gerne witzige Kommentare. Und ein Programmpunkt, gleich nach Faurés Pavane, lautet „Improvisations“. Da greift McFerrin zum Mikro und gibt eine Kostprobe von seiner Stimmgewalt. „Don’t worry be happy“ gibt es sicher nicht zu hören, das Lied hat er schon seit 15 Jahren nicht mehr gesungen. Reicht doch, wenn die Leute auf der Straße das machen. sel

Für das heutige Konzert gibt es noch Karten in der Preisklasse zwischen 50 und 70 Euro. Beginn ist um 20 Uhr in der Herbert-von-Karajan-Straße 1.

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