• Dokumentation einer Berliner Großbaustelle: Neuer Bildband über die Arbeiten am Humboldt-Forum

Dokumentation einer Berliner Großbaustelle : Neuer Bildband über die Arbeiten am Humboldt-Forum

Tagesspiegel-Fotografin Kitty Kleist-Heinrich begleitet die Humboldt-Baustelle seit 2013. Die Bilder geben einen Eindruck über die Komplexität der Arbeiten.

Ein Empfang im großen Foyer des Stadtschlosses in diesem Jahr. Im Hintergrund: das Eosanderportal.
Ein Empfang im großen Foyer des Stadtschlosses in diesem Jahr. Im Hintergrund: das Eosanderportal.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Vorher und nachher, das kennt man beim Bau. Vorher war eine Grube oder eine Brache, jetzt steht da ein Haus, und die Grube gerät in Vergessenheit. Und wie hat es überhaupt zwischendurch ausgesehen, als die Arbeiter das Bild jeden Tag veränderten? So ist es auch mit dem neuen Berliner Schloss, das als Humboldt-Forum ab dem nächsten Jahr Weltkarriere machen soll. Früher stand da das Schloss-Original, dann der Palast der Republik, das haben alle noch vor Augen. Aber auch die Riesen-Baustelle? Tagesspiegel–Fotografin Kitty Kleist-Heinrich hat sich diese Fragen auch gestellt und für das Humboldt-Forum eine passende Antwort gefunden.

Rund 2000 Aufnahmen vom Bau des Humboldt-Forums

Einen Tag nach der Grundsteinlegung 2013 begann sie damit, die Baustelle alle paar Wochen zu besuchen und den Fortschritt zu dokumentieren. Rund 2000 Aufnahmen sind im Lauf der Jahre entstanden. Ab dem 25. November gibt es ein Buch mit einer Auswahl dieser Fotos. Das war ein Langzeitprojekt nicht ohne Strapazen, und die Fotografin bekannte kurz vor Schluss, dass ihr langsam die Puste ausgehe.

Da wird was hochgezogen. Stahl und Beton, aber kein Schloss. Die Baustelle im November 2013.
Da wird was hochgezogen. Stahl und Beton, aber kein Schloss. Die Baustelle im November 2013.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Es beginnt mit einem Gewirr aus Kabeln, Schläuchen und Moniereisen auf dem Fundament, von Kitty Kleist-Heinrich durch den Zaun fotografiert. Die Baustelle war am Anfang kaum zugänglich, weil nebenan auch die Verlängerung der U5 gebaut wurde. 2013 und 2014 standen im Zeichen dieser grundlegenden Arbeiten, bis 2015 die ersten Sandsteinelemente eintrafen und erstmals einen Hauch Schlossatmosphäre schnuppern ließen.

Das Schloss 2015, ein paar Tage vor dem Richtfest.
Das Schloss 2015, ein paar Tage vor dem Richtfest.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

[Zeitung im Salon mit Kitty Kleist-Heinrich, Moritz Holfelder und Christiane Peitz. Freitag, 22. November, Beginn 19 Uhr. Eintritt inklusive Sekt und Snack 16 Euro. Infos und Anmeldung unter veranstaltungen.tagesspiegel.de oder Tel. 29021-560.]

Die Rotunde mit dem Humboldt Forum von der Spreeseite aus fotografiert im Jahr 2017.
Die Rotunde mit dem Humboldt Forum von der Spreeseite aus fotografiert im Jahr 2017.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Nach dem Richtfest in demselben Jahr wird eine erste Führung auf der Baustelle veranstaltet, im nächsten Jahr, 2016, weht mit der Versetzung der Großen Wappenkartusche erstmals der ganz große Hauch der Geschichte durch den Bau. Am 11. März wird der Schriftzug „Humboldt Forum“ angebracht.

Verkehrte Welt. Spiegelung der Kolossalfigur des Antinous.
Verkehrte Welt. Spiegelung der Kolossalfigur des Antinous.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

2017 wird der Uferweg befestigt, und die Kolossalfiguren aus dem Bode-Museum treffen ein. 2018 folgen die Exponate aus Dahlem mit dem Südseeboot, 2019 schließlich wird die Humboldt-Box, das Informationszentrum, abgebaut, und die Tresortür zieht ein – wer will, kann sich spätestens jetzt eine eigene Meinung zum Neubau machen.

Dies erlaubt nun, ganz frisch, auch dieses Buch. Die Fotos, schnörkellos sachbezogen, erhellen alle Ecken, führen durch die Jahreszeiten und geben einen guten Eindruck davon, wie komplex eine solche Großbaustelle organisiert ist. Und wenn das Haus fertig ist, halten sie allein die Erinnerung fest an die Jahre, in denen der Großbau entstand.

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