Drogenlieferungen aus Call-Centern : Kokain-Taxis immer häufiger in Berlin unterwegs

Laut einem Medienbericht ist der Drogenhandel im Auto stark gestiegen: Seit Mai gibt es 35 Ermittlungsverfahren zu sogenannten Kokain-Taxis.

Mit einem zusammengerollten 50-Euro-Geldschein wird ein weißes Pulver, das Kokain imitieren soll, symbolisch konsumiert.
Mit einem zusammengerollten 50-Euro-Geldschein wird ein weißes Pulver, das Kokain imitieren soll, symbolisch konsumiert.Foto: picture alliance / David Ebener/ dpa

Die Berliner Polizei registriert einem Medienbericht zufolge einen zunehmenden Drogenhandel mit sogenannten Kokain-Taxis. Von Mai bis Oktober seien 35 Ermittlungsverfahren dazu aufgenommen worden, berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Montag und berief sich auf Polizei-Angaben. Eine Behördensprecherin konnte sich zunächst nicht zu den Zahlen äußern.

Laut RBB werden solche Fälle angesichts eines erheblichen Anstiegs seit Mai systematisch erfasst. Die Drogenlieferungen werden demnach aus Call-Centern gesteuert. An den Kunden übergeben werde der Stoff teils innerhalb von 15 bis 30 Minuten, meist im Auto.

Täglich Bestellungen im dreistelligen Bereich

Laut dem Leiter des Dezernats für Rauschgiftkriminalität beim Landeskriminalamt, Olaf Schremm, laufen bei einzelnen Telefonnummern täglich Bestellungen im dreistelligen Bereich ein. Die Ermittlungen zu "Koks-Taxis" beschäftigten derzeit ein ganzes Kommissariat. Kokain spiele seit zwei bis drei Jahren eine ganz maßgebliche Rolle in der Berliner Drogenszene, so Schremm weiter. Die Droge ist nach Heroin in Berlin die zweithäufigste Todesursache bei Konsumenten illegaler Drogen.

Im Mai war die Festnahme zweier Männer in Berlin bekannt geworden, die ihre Kunden per Kokain-Taxi versorgt haben sollen. In einem verdächtigen Fahrzeug waren ein Kilogramm Kokain mit einem Marktpreis von etwa 40 000 Euro sowie zwei Schreckschusswaffen beschlagnahmt worden.

Im August 2018 hatte es im Zusammenhang mit Drogentaxis auch Ermittlungen gegen Mitglieder einer arabischstämmigen Großfamilie gegeben. Die Ermittlungsbehörden berichteten damals vom Fund von 2,4 Kilo Cannabis in einem Auto. Beschlagnahmt wurden demnach 200 000 Euro Bargeld sowie mehrere Autos.

Im Jahr 2018 starben 35 Menschen nach dem Konsum von Kokain. Allein bis einschließlich Juli diesen Jahres kamen bereits 25 Menschen wegen der Droge ums Leben. Das geht aus Zahlen hervor, die "rbb24" von der Berliner Polizei vorliegen. (dpa/AFP)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!