E-Mobilität : Elektroschiffe kommen in Berlin nicht auf Touren

Umweltfreundliche E-Schiffe sind auf dem Wasser die Zukunft. Aber bisher werden sie in Berlin kaum gefördert. Ein Beispiel

So könnte ein Anleger für Elektro-Fahrgastschiffe im Humboldthafen aussehen.
So könnte ein Anleger für Elektro-Fahrgastschiffe im Humboldthafen aussehen.Simualtion: eSpree

Der Berliner Senat will den Elektro-Antrieb fördern, um die Luftqualität zu verbessern. Zumindest auf dem Wasser hat er den Anker dafür aber noch nicht gelichtet. Nach wie vor tuckern die meisten Fahrgastschiffe mit rußenden Dieselmotoren über die Gewässer.

Die Berliner Reederei-Unternehmer Luis Lindner und Christine Beißwanger wollen Elektroschiffe im Linienverkehr einsetzen. Ein Schiff ist nach Lindners Angaben bereits bestellt – für rund 2,5 Millionen Euro. Bisher setzen sie im Charterverkehr noch ein Schiff mit Dieselantrieb ein, das sie aber umrüsten wollen.

Für Passagierboote mit E-Antrieb fehlen Anleger

Doch ihr Vorhaben stößt noch auf viele Hindernisse. Das größte Problem: Für die E-Schiffe gibt es keine Anleger. Die bestehenden sind in der Hand der etablierten Reedereien. Würde Lindner dort anlegen, müsste er pro Schiff in der neunmonatigen Saison Gebühren in Höhe von fast 400.000 Euro zahlen, hat er ausgerechnet.

Auch an einen neuen Steg im Humboldthafen können nur Dieselschiffe anlegen. Deren Reedereien haben ihren Antrag früher gestellt. Außerdem lehne die Verkehrsverwaltung ein von Lindner und Beißwanger gewünschtes Übernachten am Steg ab, sagte Sprecher Matthias Tang. Darauf bestehe er aber auch nicht, erwiderte Lindner.

Unterstützt wird er vom Umweltexperten der SPD, Daniel Buchholz. „Umweltfreundliche Innovationen müssen gefördert werden“, sagte er.

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