Update

Ehefrau vergewaltigt und fast erwürgt : 53-Jähriger gibt Angriffe zu

Er soll seine Partnerin misshandelt, zum Schluss beinahe bewusstlos gewürgt haben: Nun steht der Berliner vor Gericht. Zu Prozessbeginn gestand er die Taten.

Mordversuch aus Eifersucht? Der Mann habe vermutet, dass seine Ehefrau Affären hatte.
Mordversuch aus Eifersucht? Der Mann habe vermutet, dass seine Ehefrau Affären hatte.Foto: Taylan Gökalp/dpa

Nach 15 gemeinsamen Jahren kam es zu einem beinahe tödlichen Angriff: Anders S. würgte seine Ehefrau laut Anklage bis zur Bewusstlosigkeit. Ein alarmierter Polizist habe den 53-Jährigen schließlich mit einem Fußtritt von der 38 Jahre alten Frau herunterstoßen können. Vier Monate später hat am Dienstag der Prozess gegen den Mann begonnen. Die Anklage lautet unter anderem auf Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und versuchten Mord.

Anders S., ein gelernter Landschaftsgärtner, gestand vor dem Berliner Landgericht sexuelle Übergriffe. „Aber ich wollte ihr nicht nach dem Leben trachten“, sagte der Angeklagte. Er habe seiner Frau „lediglich Angst machen“ und erfahren wollen, „was da lief“. Es habe „wieder so Gerüchte“ von einem anderen Mann in ihrem Leben gegeben.

[Lesen Sie hier einen Gastbeitrag zu Gewalt gegen Frauen - und warum die ein Risiko für die ganze Gesellschaft birgt.]

Im August 2019 trennte sie sich von ihm – auch räumlich. In den Urlaub fuhren sie dennoch gemeinsam – wegen der drei Kinder. Auf einem Campingplatz soll S. die 38-Jährige zweimal vergewaltigt haben.

Zwei Wochen später habe er die Frau dann vor ihrem Wohnhaus in Hellersdorf abgepasst, geschlagen, sexuell genötigt, zu einem Lagerraum gezerrt und erneut misshandelt. Als sie ins Freie fliehen konnte, habe er sie zu Boden gebracht, sich auf sie gekniet, ihr mit beiden Händen den Hals zugedrückt. So lange und so fest, dass die Frau das Bewusstsein verlor. Bis ein Polizist sie rettete.

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus den zwölf Berliner Bezirken. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Der Angeklagte beteuerte mehrfach, dass er seine Frau nicht töten wollte. „Ich war innerlich fertig, ich wollte mich umbringen“, sagte er und wirkte selbst bemitleidend. Seit Jahren habe es Probleme in der Ehe gegeben. „Wir sprachen uns aber immer wieder aus.“

Die Anklage geht davon aus, dass Anders S. seine Frau töten wollte – einerseits aus Wut wegen der Trennung. Andererseits habe er sie umbringen wollen, um nicht wegen Vergewaltigung strafrechtlich belangt zu werden. Die Frau soll am Donnerstag im Prozess befragt werden.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben