Berlin : Ein Bett für Martin Luther King

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DAS GRÜNDUNGSJAHR

Gegründet wird der Verein am 9. März 1877. Mit Sonntagsschulen und Hausbesuchen wollen die Missionare etwas gegen die zunehmende Kirchenferne im Industrialisierungsboom tun. Doch die Not in den Arbeitervierteln lässt sie zügig mit sozial-diakonischer Arbeit für Arme, Obdachlose, Strafgefangene oder Prostituierte beginnen.

DIE NAZIZEIT

Während der Nazizeit bekommt die Stadtmission häufig Besuch von der Gestapo. Direktor Pfarrer Thieme wird zum Rücktritt gezwungen. Trotzdem versteckt man geflohene Zwangsarbeiter.

DER MAUERBAU

Der Mauerbau teilt die Stadtmission in eine West- und Ostmission, die versuchen, Verbindung zu halten. Die Enteignung des Hotel Albrechtshof in der Friedrichstraße, das Preußische Kaufleute einst der Stadtmission schenkten, lässt sich verhindern. Es gilt im Kalten Krieg als eines der wenigen wanzenfreien Häuser in Ostberlin und beherbergt 1964 Martin Luther King bei seinem Berlin-Besuch.

DER MAUERFALL

Seit der Wiedervereinigung gibt es eine Stadtmission, die stetig wächst. 20 Gemeinden, 40 diakonische Einrichtungen für Wohnungslose, Behinderte, Senioren, Straffällige und elf Gästehäuser und Hotels in der Region und an der Ostsee gehören dazu. gba

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