Einbruch in Berlin-Schmargendorf : Bankschließfächer waren versichert

Am Donnerstag waren vier maskierte Männer in eine Bank-Filiale eingebrochen. Das Kreditinstitut erklärt: Nur wenige Schließfächer wurden aufgebrochen.

Polizeieinsatz am Donnerstagnachmittag nach dem Banküberfall in Grunewald.
Polizeieinsatz am Donnerstagnachmittag nach dem Banküberfall in Grunewald.Foto: privat

Bei dem Einbruch in die Commerzbank-Filiale Roseneck in Schmargendorf am Donnerstagmittag konnten die Täter offenbar nur eine kleine Zahl von Schließfächern aufbrechen und den Inhalt ausräumen. Eine Sprecherin des Kreditinstituts sagte dem Tagesspiegel am Freitag: „Betroffen sind nur wenige Kundenschließfächer, deren Inhaber von uns entsprechend informiert werden.“

Die maskierten Einbrecher wurden bei ihrem Vorhaben offenbar gestört. Die vier Täter waren während der Geschäftszeit gegen 12.10 Uhr über eine Hintertür in die Bank gelangt. Auf der Rückseite des Gebäudes hatten sie eine Notausgangstür aufgehebelt. Dabei war ein akustischer Alarm ausgelöst worden.

Eine Mitarbeiterin hatte diesen Alarm gehört und wollte deshalb nachsehen. Als sie in den Tresorraum hinunterging, war ihr ein maskierter Mann entgegengekommen. Daraufhin sei die 39-Jährige laut rufend zurück in den Schalterraum gelaufen. Die Personen, die sich in der Bank aufhielten, verließen die Filiale fluchtartig.

Offen ist noch, ob die Täter gezielt Schließfächer gesucht haben und ausräumen wollten – oder ob sie wahllos zuschlugen. Obwohl die Bankmitarbeiterin die Täter entdeckt hatte, setzten diese ihr Vorhaben für eine kurze Zeit weiter um – und flüchteten dann mit einem Auto.

Jedes Schließfach ist bis zu einem Wert von 26.000 Euro versichert

Die Sicherheitsvorkehrungen seien verstärkt worden, sagte die Banksprecherin. „Die Schließfächer in unseren Filialen bleiben weiterhin sicher.“ Zumindest für die von dem Einbruch betroffenen Kunden der Filiale gibt es einen kleinen Trost. Während bei anderen Bankeinbrüchen in der Vergangenheit in Berlin die Kunden um eine Entschädigung kämpfen mussten und es auch keine Versicherung für die Schließfächer gab, sind die Verträge bei dieser Filiale anders ausgestaltet.

„Jedes Schließfach ist bis zu einem Wert von 26.000 Euro versichert, mit Ausnahme von Bargeld und bei Elementarschäden wie Erdbeben oder Überschwemmung“, sagte die Commerzbank-Sprecherin. Zudem sei der Abschluss einer individuellen Zusatzversicherung möglich, falls der Inhalt des Schließfachs die Versicherungssumme von 26.000 Euro übersteigt oder die Kunden Elementarschäden zusätzlich absichern wollen.

Da nur die Kunden wüssten, was sie in ihren Schließfächern lagern, sollten sie eine Inventarliste anlegen, um in solchen Versicherungsfällen Streit zu entgehen.

Vor sechs Jahren wurde eine Bank in Steglitz ausgeraubt – über einen Tunnel

Nach dem spektakulären Tunneleinbruch in eine Volksbank in Steglitz Anfang 2013 war es zu Protesten von Kunden gekommen. Nicht versicherten Kunden, also der Mehrzahl, hatte die Volksbank dann aus Kulanz eine Entschädigung in Höhe von 30 Prozent des Tresorinhalt-Wertes angeboten. Ähnliche Erfahrungen hatte eine Kundin nach dem Einbruch in die Sparkasse an der Potsdamer Straße gemacht.

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Eine Versicherung war vertraglich nicht vorgesehen. Nach zähen Verhandlungen habe die Bank eine Entschädigung für den entwendeten Schmuck gezahlt. Private Erinnerungsstücke ließen die Täter zurück. Polizeibeamte brachten die Gegenstände der Kundin persönlich nach Hause zurück und sagten ihr: Am sichersten sei es, einen kleinen Tresor in den Kellerboden einzulassen und einen Teppich darüberzulegen.

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