Einsatz im Landwehrkanal in Kreuzberg : Polizistin rettet Räuber vorm Ertrinken

Erst raubte der 21-Jährige einer Frau die Tasche, dann stürzte der Nichtschwimmer auf der Flucht in den Landwehrkanal. Eine Polizistin rettete ihn.

Polizei im Einsatz. (Symbolbild)
Polizei im Einsatz. (Symbolbild)Foto: dpa

Lebensrettender Einsatz für einen mutmaßlichen Handtaschenräuber in Kreuzberg: Eine Polizistin hat einen 21-Jährigen vor dem Ertrinken im Landwehrkanal bewahrt. Laut Mitteilung der Polizei wurden Einsatzkräfte in der Nacht zu Sonntag zunächst wegen eines Handtaschenraubs zum Tempelhofer Ufer /Ecke Mehringdamm am Halleschen Tor gerufen. Als sie gegen 1.30 Uhr eintrafen, entdeckten sie einen jungen Mann im Wasser. Eine 40-Jährige Polizistin seilte sich in den tiefer gelegenen Kanal ab und hielt ihn über Wasser, bis die inzwischen ebenfalls alarmierte Feuerwehr eintraf. Die Helfer bargen den 21-Jährigen aus dem Kanal, mussten den Nichtschwimmer aber wiederbeleben.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll er zuvor einer 45-Jährigen in der nahegelegenen Obentrautstraße die Handtasche entrissen haben. Als sich die Frau zunächst wehrte, schlug ihr der Angreifer ins Gesicht und rannte dann in Richtung Tempelhofer Ufer davon, teilte die Polizei mit. Ein 23-jähriger Zeuge der Tat nahm die Verfolgung auf und sah noch, wie der Räuber die Absperrung zum Landwehrkanal überstieg und ins Wasser stürzte. Allerdings konnte er nicht schwimmen. Er rief um Hilfe, bis die Polizisten eintrafen, die ihm einen Rettungsring zuwarfen. Währenddessen seilte sich die Beamtin ins Wasser ab, um dem Ertrinkenden zu helfen. Wieder am Ufer, kollabierte der Mann allerdings. Nach der Reanimation durch Sanitäter der Feuerwehr kam er ins Krankenhaus - und vor dort in den Polizeigewahrsam Tempelhof. Die Polizistin blieb unverletzt.

Lob von der Gewerkschaft für die Retterin

Von der Gewerkschaft der Polizei gab es umgehend großes Lob für die Beamtin: "Wir haben größten Respekt vor der Kollegin und sind stolz, derart tolle Menschen in den Reihen der Hauptstadtpolizei zu haben", teilte GdP-Sprecher Benjamin Jendro mit. "Sie hat in einer nicht ganz ungefährlichen Situation binnen Bruchteilen eine selbstlose Entscheidung getroffen und dem Mann so vermutlich das Leben gerettet. Ihr Einsatz ist  der beste Beweis dafür, dass für unsere Polizistinnen und Polizisten jeder Mensch in erster Linie Mensch und damit zu schützen ist."

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