Berlin : Eisbär Knut lebt jetzt auf Staatskosten

Philipp Lichterbeck

Knut wird für Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ein teures Maskottchen: Wie berichtet hat der Minister am vergangenen Freitag die Patenschaft für den kleinen Eisbären im Zoo übernommen. Er setzte sich gegen vielerlei Unternehmen durch, die gleichfalls Paten werden wollten, um sich in der Publicity des Bärenbabys zu sonnen. Doch Knut ist für höhere umweltpolitische Ziele vorgesehen: Er soll das Maskottchen der Artenschutzkonferenz werden, die 2008 in Bonn stattfindet. Auch dafür zahlt das Bundesumweltministerium nun ein Jahr lang die gesamten Kosten für Knuts anspruchsvolles Futter und einen Teil der aufwändigen Pflege.

„Wir werden ganz bestimmt nicht knausrig sein“, sagte gestern ein Ministeriumssprecher. „Die genauen Konditionen handeln wir noch aus“, ergänzte Bärenkurator Heiner Klös für den Berliner Zoo. Es sei dem Zoo bei der Entscheidung aber nicht ums Geld gegangen, betonte er. „Wir wollten, dass Knut zum Symbol für den Schutz der Arktis wird.“ Wie viel das Umweltministerium für Knut ausgeben wird, weiß man derzeit weder dort noch im Berliner Zoo. Klar ist aber: Allein die Futterkosten für einen von Hand aufgezogenen Eisbären sind enorm. Immerhin werde Knuts Spezialnahrung aus Geflügelfleisch extra aus Übersee eingeflogen, sagt Kurator Heiner Klös. Hinzu kommen die weitaus umfangreichere Pflege und tierärztliche Betreuung des populären Zoobabys. Von dessen Beliebtheit will der Zoo künftig alleine profitieren: Der Vorstand hat sich die Vermarktungsrechte an Knut sowohl für dessen Namen als auch für alle künftigen Fotos von dem kleinen Eisbären gesichert. Knut ist somit nun auch markenrechtlich offiziell geschützt.

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