Berlin : Eisbär Knut lebt jetzt auf Staatskosten

Umweltministerium zahlt Pflege und Futter

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Erfolg wirkt anziehend. Und so verwundert es nicht, dass sich in der Publicity des Eisbärenbabys Knut eine Menge Leute sonnen wollen. Dutzende von Unternehmen bemühen sich derzeit um eine Patenschaft für den beliebtesten Berliner. Natürlich auch, um mit dieser werben zu können. Doch der Berliner Zoo hat alle privaten Anfragen abgelehnt, wie der Bärenkurator des Tierparks, Heiner Klös, berichtet. Stattdessen erhielt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Zuschlag für die Patenschaft. Der Minister selbst verkündete die Neuigkeit am vergangenen Freitag, als er mit Knut im Bärengehege erstmals vor die Weltpresse trat.

Knut wird nun zum Maskottchen der Artenschutzkonferenz, die kommendes Jahr in Bonn stattfindet. Außerdem bezahlt das Bundesumweltministerium (BMU) ein Jahr lang die Kosten für Knuts Futter und große Teile der Pflege. „Die genauen Konditionen handeln wir noch aus“, sagte Bärenkurator Klös. Es sei bei der Entscheidung aber nicht ums Geld gegangen, betonte er. „Wir wollten, dass Knut zum Symbol für den Schutz der Arktis wird.“

Wie viel das Umweltministerium für Knut ausgeben wird, weiß man derzeit weder dort noch im Berliner Zoo. Ein Ministeriumssprecher versprach aber: „Wir werden ganz bestimmt nicht knausrig sein.“ Das wäre auch schlecht, denn laut Kurator Klös sind allein die Futterkosten für einen von Hand aufgezogenen Eisbären enorm. Immerhin werde Knuts Spezialnahrung aus Geflügelfleisch aus Übersee eingeflogen. Die Vermarktungsrechte an Knut hat sich der Berliner Zoo bereits sowohl für den Namen Knut als auch für Fotos von dem kleinen Eisbär gesichert. Knut ist somit nun auch markenrechtlich geschützt. Philipp Lichterbeck

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