Elektro-Shuttle in Brandenburg : Der Kranich-Express geht an den Start

Leise und ökologisch rollt der Rufbus durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz: In Trebbin startet der neue Kranich-Express in einer Testphase.

Der Elektro-Shuttle feiert in Trebbin Premiere.
Der Elektro-Shuttle feiert in Trebbin Premiere.Foto: promo

„Diese Greta rüttelt schon auf“, sagt Gabriele Preß: „Überhaupt wird so manchem erst durch die Schülerdemonstrationen klar, was die Politik in Sachen Umwelt alles so verschläft.“ Gabriele Preß, die von ihrem Großvater das 1927 gegründete Taxiunternehmen Press im eine halbe Stunde von Berlin entfernten Trebbin übernommen hat, denkt bei ihrer Einschätzung auch an den sogenannten Kranich-Express.

Das ist ein Elektroshuttle, mit dem Touristen ab Montag leise und umweltfreundlich durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz reisen können. Auch viele Einheimische freuen sich über eine weitere Möglichkeit, preiswert in andere Dörfer zu kommen.

Ausgezeichnet wurde der Kranich-Express ja schon mehrfach. Oder besser gesagt: die Idee, denn wie so oft brauchen auch gute Ideen manchmal viel Zeit, bis sie in die Praxis umgesetzt werden können. In diesem Fall verzögerte sich die Auslieferung des Kleinbusses nach Information von Mitarbeitern des Trebbiner Stadtmarketings wegen Schwierigkeiten des Herstellers mit der Batterie.

Der Kranich rollt los

Aber seit Sonntag dürfen die Trebbiner und ihre Gäste den Kranich-Express, für den viele auch gespendet haben, endlich sehen, anfassen und besteigen. Und ab Montag können sie dann auch regulär mit dem Kleinbus fahren. Stationen sind unter anderem Löwendorf, Glau mit Wildgehege und Friedensstadt, Schönhagen mit Flugplatz, aber vor allem natürlich Blankensee mit Sudermannpark.

„Blankensee ist vor allem bei Berlinern außerordentlich beliebt“, sagt Gabriele Preß, deren Unternehmen den Kranich-Express in Abstimmung mit der Stadt Trebbin und der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming betreibt: „Sie finden hier nicht nur eine wunderschöne Landschaft zum Wandern, sondern auch Fischer, Bäcker und Imker.“

Ganz wichtig ist allen Verantwortlichen der Hinweis, dass der Kranich-Express zumindest in einer ersten Testphase als Rufbus fährt. Auf dem Land kennt man das seit Jahren, manche Großstädter haben aber noch nichts davon gehört, erzählt Gabriele Preß: „Um ihn zu buchen, muss man spätestens am Vortag bis 17 Uhr die Nummer anrufen, er fährt nur bei Bedarf.“

Bei Bedarf fährt der Kleinbus sieben Mal am Tag

Natürlich kann man den mit einem fliegenden Kranich versehenen weißen Kleinbus auch jetzt schon für August oder sogar Oktober bestellen, das empfiehlt sich besonders bei mehreren Personen, denn der Wagen kann außer dem Fahrer nur noch sechs weitere Fahrgäste befördern. Allerdings fährt er bei Bedarf sieben Mal am Tag zwischen zehn und 17 Uhr. Er legt dabei etwa 275 Kilometer zurück, insgesamt schafft er wohl etwa 400 Kilometer, bevor seine Batterie in der Nacht wieder aufgeladen werden muss.

Dafür steht jetzt eine Ladestation im ältesten Taxiunternehmen von Trebbin. Gabriele Preß ist schon sehr gespannt, wie es nach der heutigen Festveranstaltung mit Prominenz vom Landkreis und aus Potsdam am Montag weitergeht. „Bis Freitag 17 Uhr hat es jedenfalls erst mal nur eine Vorbestellung gegeben“, sagt sie. Denken vielleicht manche, es handelt sich um einen Aprilscherz? „Ich glaube, das muss sich erst einmal herumsprechen – dann werden es sicher viele nutzen.“

Bestellung des Kranich-Expresses unter Tel. 03371 628182 und vtf-online.de

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