Engpässe bei Abfertigung drohen : Jetzt gibt's auch am BER-Zusatzterminal Probleme

Die Lage am neuen Terminal soll „hoch kritisch“ sein, heißt es in einem Controlling-Bericht. Auch der FBB-Chef legt sich nicht auf Oktober 2020 fest.

Das Hauptterminal im Hintergrund ist schon weit, für die Erweiterung vorn wurde erst Ende Juli Richtfest gefeiert (Archivbild).
Das Hauptterminal im Hintergrund ist schon weit, für die Erweiterung vorn wurde erst Ende Juli Richtfest gefeiert (Archivbild).Foto: Soeren Stache/dpa

Beim Bau des neuen Zusatzterminals T2, das zeitgleich mit dem BER-Airport im Oktober 2020 eröffnen soll, gibt es aufgrund von Planungsmängeln Verzögerungen. Die von Chefmanager Engelbert Lütke Daldrup geführte Flughafengesellschaft (FBB) legte sich am Sonntag öffentlich nicht darauf fest, dass das T2 termingerecht fertig wird.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, dass das neue Terminal aufgrund von Planungsfehlern womöglich nicht vor 2021 fertig wird. Indirekt räumte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf auf Anfrage ein, dass Umbauten aufgrund von Planungsmängeln nötig geworden sind. „Für einige technische Anlagen hat es in den letzten Wochen einige bauliche Anpassungen gegeben, die aber bereits weitgehend abgeschlossen sind“, erklärte Tolksdorf.

„Partielle gewerkebezogene Verzögerungen und deren Kompensation im weiteren Projektverlauf sind bei Projekten dieser Größenordnung nicht unüblich.“ Eine „grundsätzliche Abweichung von der bisherigen Planung liegt nicht vor.“ Man sei mit dem „Fortschritt auf der T2-Baustelle und dem Stand der Baufertigstellung zufrieden“. Intern wurde von der FBB gegenüber Aufsichtsräten kommuniziert, dass man weiter von einer ungefährdeten Inbetriebnahme im Oktober 2020 ausgehe.

Das Terminal, für das ein Budget von 200 Millionen Euro bewilligt wurde, ist für die Abfertigung von sechs Millionen Passagieren vorgesehen. Es soll das Musterprojekt für das nötige Erweiterungsprogramm am künftigen Hauptstadtflughafen sein, mit dem Lehren aus der „Baukatastrophe“ des BER gezogen werden, wie Lütke Daldrup erklärte.

Deshalb baut die FBB auch nicht selbst. Der Auftrag für die Errichtung ging an die Zech-Group, die als Generalunternehmer das einfache Gebäude – „in gehobener Industriearchitektur“ (Lütke Daldrup) schlüsselfertig errichtet. Noch beim Richtfest am 30. Juli 2019 hatte Konzernchef Kurt Zech den Fertigstellungstermin garantiert. Das neue Terminal werde planmäßig im Herbst 2020 fertig sein, „vielleicht schon im August“, sagte Zech.

Bauüberwachung: erhebliche Planungsfehler

Nach einem Controlling-Bericht vom August 2019, aus dem die „Bild am Sonntag“ nun zitiert, ist die Lage am T2 dagegen „hoch kritisch“, eine termingerechte Fertigstellung „unwahrscheinlich“. Laut Bauüberwachung gebe es erhebliche Planungsfehler.

Dass das T2 mit heißer Nadel gestrickt ist, es bei Planung und Vergabe erhebliche Missstände gab, hatte bereits ein Gutachten der Unternehmensberatung PWC für den Aufsichtsrat gerügt. Wenn das T2 nicht pünktlich fertig wird, drohen am BER beim Start Abfertigungsengpässe.

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