Engpass bei der BVG : Vorläufig weniger Kontrolleure in der U-Bahn

Bei der Ausschreibung im vergangenen Jahr konnten nicht alle Aufträge vergeben werden. Die BVG muss die Fahrschein-Kontrolle nun einschränken.

Bei der BVG kaufen sich fast sechs Prozent der Fahrgäste keine Tickets.
Bei der BVG kaufen sich fast sechs Prozent der Fahrgäste keine Tickets.Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

„Die Fahrscheine, bitte.“ Diese Aufforderung wird in der U-Bahn vorübergehend seltener zu hören sein. Die BVG muss die Fahrschein-Kontrolle einschränken, weil in einer Ausschreibung im vergangenen Jahr nicht alle Aufträge vergeben werden konnten. Gründe wollte Sprecherin Petra Reetz wegen des weiter laufenden Verfahrens nicht nennen.

Der Ausfall werde teilweise durch eigene Mitarbeiter, die den Kontrolldienst verstärken, kompensiert. Bei der BVG fahren fast sechs Prozent der Fahrgäste „schwarz“, bei der S-Bahn liegt die Quote bei knapp vier Prozent.

Die BVG hat bei den Kontrollen ihr Netz in zwei Bereiche aufgeteilt: Los 1 umfasst die Linien U 1, U 3, U 5, U 7 und U 9. Zum Los 2 gehören die Linien U 2, U 4, U 55, U 6 und U 8. Angebote waren jeweils nur für ein Los möglich. Vergeben wurde nur Los 1. Für den anderen Bereich seien keine Angebote eingegangen oder alle wurden abgelehnt, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Bekanntgabe im Europäischen Amtsblatt.

Ziel: Kontrollstunden erhöhen

Das heißt aber nicht, dass im Los 2 nun nicht kontrolliert wird. Hier sind die BVG-Mitarbeiter unterwegs und zudem wechseln die Firmen wöchentlich die Kontrollbereiche. Bis Ende 2017 hatten sich drei Unternehmen den Auftrag geteilt. „Fangprämien“ gebe es nicht, versicherte die Sprecherin.

Ziel sei es, die Zahl der vorgegebenen Kontrollstunden zu erhöhen. Reetz ist zuversichtlich, dass auch die zweite Kontrollfirma schnell an die Arbeit gehen kann: montags bis donnerstags zwischen 7 Uhr und 22 Uhr, freitags und sonnabends von 10 Uhr bis 1 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 20 Uhr.

Seit dem vergangenen Dezember lässt die BVG verstärkt auch in den Bussen kontrollieren. Zahlen zu ertappten „Sündern“ gebe es noch nicht, sagte Reetz. Der erste Eindruck: „Es lohnt sich.“ Auch hier plane man, die Kontrollen zu verstärken, sagte die Sprecherin.

Dies ist auch erforderlich, weil die BVG von der starren Regelung des Vordereinstiegs etwas abgerückt ist. Bei großem Andrang dürfen die Fahrer das Einsteigen auch an den anderen Türen zulassen. Fahrgäste hatten dies längst praktiziert.

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