• Er wollte mit Bitcoins zahlen: Wie ein Berliner im Darknet zu einer scharfen Schusswaffe kam

Er wollte mit Bitcoins zahlen : Wie ein Berliner im Darknet zu einer scharfen Schusswaffe kam

Ein 28 Jahre alter Berliner wollte im Internet illegal eine halbautomatische Schusswaffe kaufen. Die Polizei war ihm aber einen Schritt voraus.

Illustration: Die beleuchtete Tastatur eines Notebooks (Szene gestellt). So stellen sich Menschen also das Darknet vor.
Illustration: Die beleuchtete Tastatur eines Notebooks (Szene gestellt). So stellen sich Menschen also das Darknet vor.Foto: picture alliance/Silas Stein

Ein 28-Jähriger, der von Berlin aus im Darknet eine scharfe Schusswaffe und Munition bestellt haben soll, hat vor dem Landgericht gestanden. Er habe damals viel Zeit mit Computerspielen verbracht und sei auf die Idee gekommen, sich eine echte Waffe sowie Drogen und Falschgeld zu besorgen, erklärte der Angeklagte am Mittwoch zu Prozessbeginn.

Der Mann hatte laut Anklage im Juli 2019 eine halbautomatische Kurzwaffe bestellt. Der Account des vermeintlichen Anbieters sei allerdings nicht von echten Waffenhändlern, sondern von verdeckten Ermittlern der australischen Polizei betrieben worden.

Nach einer Anzahlung in Form von Bitcoins durch den 28-Jährigen war der Fall laut Anklage an die Berliner Polizei übergeben worden. Als der Mann im August 2019 auf einem Parkplatz am Autobahndreieck Charlottenburg die Restsumme von 1500 Euro bezahlt hatte und auf Übergabe der Waffe hoffte, wurde er festgenommen. Die Polizei fand zudem bei einer Durchsuchung seines Zimmers in einer Sporttasche Drogen und mehrere gefälschte Geldscheine.

Der Angeklagte erklärte weiter, er sei im Frühjahr 2019 nach einer mehrjährigen Beschäftigung in der Sicherheitsbranche arbeitslos geworden. Das Spielen am Computer habe danach massiv zugenommen. Er habe schließlich im Darknet nach einer Waffe gesucht. „Die Vorstellung, so etwas zu besitzen, fand ich cool“, so der Angeklagte. Er habe zuvor noch nie eine Waffe in der Hand gehalten. Der Prozess wird voraussichtlich am 29. Januar fortgesetzt. (dpa)

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