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EU-Wahl in Berlin : Diese Berliner Kandidaten sind im EU-Parlament

Auch Berlins CDU-Spitzenkandidatin Bentele hat es geschafft – nach einer Zitterpartie. Damit wird es im EU-Parlament 13 Abgeordnete mit Berliner Wohnsitz geben.

Stephan Wiehler
Geschafft. Die Berliner CDU-Spitzenkandidatin Hildegard Bentele wird EU-Abgeordnete.
Geschafft. Die Berliner CDU-Spitzenkandidatin Hildegard Bentele wird EU-Abgeordnete.Foto: Omer Messinger/AFP

Für die Berliner CDU-Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl war es eine Zitterpartie, die bis zum frühen Montagmorgen andauerte. Weil die Unionsparteien die einzigen waren, die mit Landeslisten zur Europawahl angetreten waren, dauerte es besonders lange, die Mandate entsprechend der Wahlbeteiligung und der Ergebnisse zu verteilen. Lange blieb deshalb unklar, ob es für Hildegard Bentele reichen würde. "Ich hab's geschafft", twitterte sie schließlich und bedankte sich bei allen, "die an mich geglaubt haben".

Insgesamt werden 13 Abgeordnete mit Wohnsitz in Berlin ins Europaparlament einziehen. Hildegard Bentele erhielt das einzige Mandat für die Christdemokraten, die in Berlin mit 15,2 Prozent zur zweitstärksten Kraft wurden.

Die Grünen schicken sechs Abgeordnete aus Berlin ins EU-Parlament

Klarer Wahlsieger sind die Grünen. Sie kamen in der Hauptstadt auf 27,8 Prozent der Stimmen. Sechs Abgeordnete mit Berliner Wohnsitz werden für die Partei ins EU-Parlament einziehen: Spitzenkandidatin Ska Keller, Reinhard Bütikofer, Hannah Neumann, Anna Cavazzini, Erik Marquardt und Sergey Lagodinsky.

Für die Linken, die 11,9 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielten, werden erneut Martina Michels und Martin Schirdewan ins EU-Parlament kommen. Für die Satire-Partei "Die Partei", die in Berlin auf 4,8 Prozent kam, ist Martin Sonneborn erneut als EU-Parlamentarier gesetzt - und bekommt als bisher einziger Mandatsträger Verstärkung von zwei weiteren Parteikollegen, allerdings zwei Hamburger.

Gabriele Bischoff ist die einzig verbleibende Berliner SPD-Abgeordnete in Europa

Die Berliner SPD, die mit 14 Prozent auf einen historischen Tiefpunkt abgestürzt ist, kann mit Gabriele Bischoff nur noch eine Berlinerin ins EU-Parlament entsenden. Für die AFD mit 9,9 Prozent zieht der Ex-"Bild"-Journalist Nicolaus Fest ins Europaparlament ein. Und für die pro-europäische Partei "Volt", die in Berlin zum ersten Mal antrat und in Berlin 1,2 Prozent erlangte, erhält Damian Freiherr von Boeselager ein Mandat.

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Der prominenteste Kandidat unter den erfolglosen Bewerbern fürs EU-Parlament dürfte der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis sein. Der 58-Jährige hat seinen Hauptwohnsitz in Berlin und kandidierte für die linke paneuropäische Bewegung "Democracy in Europe Movement" (DiEM25). In der Hauptstadt erlangte DiEM25 mit 1,2 Prozent der Stimmen zwar einen Achtungserfolg, bundesweit kam das Bündnis aber nur auf 0,3 Prozent, das reichte nicht für Varoufakis. Allzu traurig dürfte der Wahlberliner darüber nicht sein. Kurz vor der Wahl hatte er mit dem Bekenntnis überrascht, er wolle eigentlich gar nicht EU-Parlamentarier werden.

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