Fachforum zur Zukunft Sozialer Arbeit : "Du bist nicht allein"

Beim Fachforum Soziale Arbeit im Tagesspiegel-Haus wünschen sich alle Beteiligten mehr Wertschätzung für soziale Berufe.

Teresa Rölcke
Monika Goral, Susanne Gerlach, Jana Pampel (v.l.n.r.), Alexander Straßmeir (l.) und Moderator Stephan-Andreas Casdorff.
Monika Goral, Susanne Gerlach, Jana Pampel (v.l.n.r.), Alexander Straßmeir (l.) und Moderator Stephan-Andreas Casdorff.Foto: Foto: Kai-Uwe Heinrich

„Es geht um den Wert der Sozialen Arbeit: Der ist bisher sehr gering. Wenn eine Regierung sparen muss, dann fängt sie normalerweise beim Sozialen an. Wir müssen uns also nicht wundern, wie die Situation ist", sagte Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg (Grüne) am Dienstag auf dem „Forum Zukunft Soziale Arbeit“ im Tagesspiegel-Verlagshaus.

Staatssekretäre und hohe Verwaltungsangestellte diskutierten mit Praktikern vor den etwa 160 Gästen. Deutlich wurde: Ein Wandel hin zu mehr Wertschätzung dessen, was Soziale Arbeit kann und bewirkt, ist dringend nötig. Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff schlug als Moderator gleich eine Imagekampagne vor – nach dem Motto „Du bist nicht allein“.

Das müssten Sozialarbeiter auch in der Praxis spüren, meinte Alexander Straßmeir, Präsident des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten. Denn: „Soziale Arbeit stört, weil sie sich um die Fälle kümmert, die irgendwie quer stehen. Genau das müssen die Behörden aber nicht nur zulassen, sondern auch unterstützen: dass die Sozialarbeit stört.“

1000 Studienanfänger pro Jahr

Immerhin: Viele junge Menschen wollen Sozialarbeiter werden. Noch gibt es nicht genug Studienplätze für alle Bewerber. Bis 2020 sollen aber knapp 1000 Studienanfänger pro Jahr an Berliner Hochschulen starten können. Das richtige Umfeld für Berufseinsteiger ist aber gleich das nächste Problem: „Die werden häufig in den härtesten Teil der Sozialen Arbeit gesteckt: in den Jugendschutz. Aber da werden die jungen Leute verschlissen“, so Daniela Ortmann vom Hauptpersonalrat des Landes Berlin.

Laura Schekelmann, Mitarbeiterin des Kinderschutzdienst in Mitte, schlug ein Anerkennungsjahr für Berufseinsteiger vor, mit fester Ansprechperson. Olaf Neumann, Prorektor der Alice Salomon Hochschule: „Auch die Sozialarbeiter müssen die Erfahrung von Partizipation und Empowerment machen.“

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