Fahrgastservice : "Servicewüste" Hauptbahnhof

Die Grünen kritisieren Mängel beim Fahrgastservice am Berliner Hauptbahnhof. Wartehäuschen und Fahrgastinformationen fehlten oder seien unübersichtlich und das Parkhaus sei "eine Fehlkonstruktion", sagte Claudia Hämmerling.

Berlin - Der Hauptbahnhof sei für die 100.000 bis 200.000 Fahrgäste, die ihn täglich nutzten, "eine Servicewüste", sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Claudia Hämmerling. Die Grünen hätten schon vor Jahren auf eine serviceunfreundliche Planung hingewiesen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wiesen die Kritik zurück.

Das Parkhaus, für das eine ursprünglich geplante Fahrradstation habe weichen müssen, nannte Hämmerling "einen Schildbürgerstreich". Die Ausfahrt in den Tiergartentunnel münde in eine unübersichtliche Kurve. Deswegen sei in dem vierspurigen Tunnel die gesamte rechte Fahrbahn gesperrt. Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sagte, es gebe dort "keine problematische Situation." Es sei lediglich ein Teilstück gesperrt, damit sich die Fahrzeuge aus dem Parkhaus in den Verkehr einordnen könnten.

Busfahrpläne und Leuchttafeln fehlen

Auf dem Stadtplanausschnitt in der Nähe des Service-Points am Eingang Richtung Invalidenstraße seien nur zwei von insgesamt neun Buslinien eingezeichnet, monierte Hämmerling weiter. Der Grünen-Verwaltungsexperte Thomas Birk verwies darauf, dass unter anderem der Hinweis auf die TXL-Buslinie, die zum Flughafen Tegel fährt, fehle. Zudem gebe es keine Busfahrpläne oder Leuchttafeln im Bahnhof, die die Wartezeiten anzeigten. Ein Bahn-Sprecher sagte, man sei für jeden Hinweis dankbar und werde dem nachgehen.

Susanne Torka vom "Betroffenen-Rat Lehrter Straße" wies darauf hin, dass der Weg vom Hauptbahnhof zu den Bussen Richtung Westen durch eine schlecht geschaltete Ampel erschwert werde. Ihren Angaben zufolge steht die Ampel für Fußgänger 70 Sekunden lang auf Rot und nur für acht Sekunden auf Grün.

Das Fehlen von Wartehäuschen für Busfahrgäste wurde ebenfalls kritisiert. Wenn es regne, hätten zu wenig Menschen Platz, um sich unterzustellen, sagte Hämmerling. Nach Angaben der BVG ist das Problem bereits bekannt. Es seien bereits Gespräche mit der Senatsverwaltung für Bau und Verkehr geführt worden, sagte ein BVG-Sprecher. Allerdings brauche das Aufstellen von weiteren Wartehäuschen Zeit. Seinen Angaben zufolge sind zudem Displays an der Bushaltestelle am Ausgang Richtung Invalidenstraße geplant, die die Wartezeiten anzeigen. (Von Michaela Zin Sprenger, ddp)

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