Fahrplanwechsel bei der S-Bahn Berlin : Expresszüge der S3 sollen im Dezember kommen

Zusätzliche Expresszüge sollen zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof zur Hauptverkehrszeit fahren. Vorerst bleibt das Zusatzangebot auf die S 3 beschränkt.

Eine S-Bahn der Linie 3 wartet hier im Bahnhof Friedrichstraße in Berlin auf das Einsteigen der Fahrgäste.
Eine S-Bahn der Linie 3 wartet hier im Bahnhof Friedrichstraße in Berlin auf das Einsteigen der Fahrgäste.Foto: picture alliance / dpa

Der Verkehrsverbund VBB will bei der S-Bahn Tempo machen: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen auf der S 3 zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof zur Hauptverkehrszeit zusätzliche Expresszüge fahren. Sie nutzen dieselbe Trasse wie die regulären Bahnen, lassen aber wenig frequentierte Stationen aus und sollen dadurch bis zu drei Minuten schneller sein. Zwischen Friedrichshagen und Ostkreuz wäre man demnach 14 statt 17 Minuten unterwegs.

Gemäß diesem Konzept sollen die Züge in Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst sowie am Ostkreuz und an der Warschauer Straße halten. Wegfallen würden die Stopps an den – tatsächlich weit weniger frequentierten – Stationen Hirschgarten, Wuhlheide sowie Betriebsbahnhof und Bahnhof Rummelsburg.

Der große Unterschied zu der nach massiver Kritik wieder beerdigten Idee der S-Bahn, auf dem Ring einzelne Halte auszulassen: Die Schnellzüge auf der S 3 fahren zusätzlich zum regulären Zehnminutentakt und sollen die Halte nicht ad hoc bei Verspätungen auslassen, sondern planbar und ohne Nachteile gegenüber dem Status Quo.

Ihr Einsatz ist werktags von 6 bis 9 und 14 bis 19 Uhr vorgesehen. Spannend wird, inwieweit der ambitioniertere Fahrplan im Alltag eingehalten werden kann. Denn mangels Überholmöglichkeiten müssen die Expresszüge der vorausfahrenden Bahn hinterherzuckeln, sobald sie sie eingeholt haben.

"Gute Fahrgastinformation" immens wichtig

Für Jens Wieseke vom Fahrgastverband Igeb „ist das A und O eine gute Fahrgastinformation“, damit niemand versehentlich in einen Zug steigt, der am Zielbahnhof durchfährt. Kapazität für mehr Verkehr hat die Strecke der S 3 durchaus: Schon vor Beginn der S-Bahn-Krise fuhren dort Verstärkerzüge – vergleichbar denen, die nach langer Pause seit Montag wieder den Takt auf der S 1 und der S 5 verdichten. Nachdem die S-Bahn ihren störanfälligen Fuhrpark durchrepariert hat, sind genug Fahrzeuge als Verstärkung vorhanden.

Einzelheiten, etwa zur Kennzeichnung der Züge, werden laut S-Bahn zurzeit erarbeitet. Das Angebot dürfte vielen Pendlern entgegenkommen, die noch mindestens bis 2027 auf den Regionalbahnhof Köpenick warten müssen. Zurzeit rauscht der RE 1 parallel zur S 3 zwischen Erkner und Ostkreuz ohne Halt durch.

Vorerst bleibt das Zusatzangebot auf die S 3 beschränkt. Dabei ist die Idee alt – angefangen von den „Bankierszügen“ über Expressbahnkonzepte von Nazis und DDR-Verwaltung bis zu der seit Langem geplanten Strecke zwischen Spandau und Falkensee.

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