Fahrplanwechsel in Berlin : Das ist neu bei BVG und Bahn

Ab Sonntag gilt im Berliner Nahverkehr der neue Winterfahrplan. Einiges ändert sich bei Bus, Bahn, im Regional- und Fernverkehr.

Am 9. Dezember ändert sich der Fahrplan auch bei der Berliner S-Bahn.
Am 9. Dezember ändert sich der Fahrplan auch bei der Berliner S-Bahn.Foto: Soeren Stache/dpa/lbn/picture alliance

BVG: Einige Linien fahren häufiger und länger

14 Straßenbahn- und Buslinien fahren etwas häufiger oder länger. Unter anderem auf den wichtigen Linien M19 und M29 ändern sich die Abfahrtszeiten. Am spannendsten ist der neue Netzplan für den Busbereich, der gestaltet ist wie bei U-Bahn und Tram – angesichts der Größe und Dichte des Netzes empfiehlt sich eine gute Lesebrille. Der Atlas kostet 12,90 Euro und ist ab Montag erhältlich.

S-Bahn: Mehr Pünktlichkeit durch Ostkreuz-Fertigstellung

Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit wird das Ostkreuz fertig. Das heißt auch: Zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz gibt es nun vier durchgehende Gleise. Der Betrieb wird so wesentlich flexibler, die Züge sollen pünktlicher werden. Zuletzt gab es nur zwei Gleise, dies war laut VBB Störungsquelle Nummer 1. Die S75 kann nun von Wartenberg in der Hauptverkehrszeit bis Ostbahnhof fahren, bislang war Ostkreuz Endstation. Die S46 wird an Wochenenden (13 bis 20 Uhr) verlängert von Westend bis Gesundbrunnen. Die S85 fährt am Wochenende abends länger.

Regionalverkehr: Mehr und längere Züge

Der VBB verspricht Pendlern mehr und längere Züge, überwiegend allerdings erst ab dem 2. Quartal 2019. In Bayern wurden 21 Doppelstockwaggons (vier komplette Züge) gebraucht gekauft, diese werden jetzt für Berlin umgerüstet. Sie sollen ab Frühjahr auf der RB10 (Nauen-Berlin) fahren und dort die Talent-Züge ablösen. Die Zahl der Sitzplätze steigt pro Zug von 460 auf 580. Die Strecke nach Nauen und Falkensee ist morgens und abends ständig überfüllt. Die dort frei werdenden „Talent“-Eindecker werden auf anderen Linien zusätzlich angehängt, deshalb steigt die Sitzplatzkapazität auch auf der RE7 und der RB13 deutlich. Bereits ab Montag, dem ersten Werktag nach dem Fahrplanwechsel, fahren auf der RE2 zu den Hauptverkehrszeiten drei zusätzliche Zugpaare zwischen Nauen und Berlin. Der VBB reagiert damit auf die gestiegenen Pendlerzahlen, Berlin und Brandenburg zahlen dafür mehrere Millionen Euro. Die Fahrpreise steigen beim VBB übrigens nicht.

Fernzug: Mehr Züge zwischen Berlin und München

Vor einem Jahr zum Fahrplanwechsel wurde die Schnellfahrstrecke Berlin-München eröffnet. Mittlerweile hat die Bahn das Flugzeug als Verkehrsmittel Nummer 1 zwischen den beiden Städten abgelöst, zumindest nach Zahlen der Bahn: 46 Prozent aller Reisenden nehmen demzufolge die Bahn, vor Eröffnung der Schnellstrecke waren es 23 Prozent. Die Strecke ist so erfolgreich, dass ab Sonntag noch mehr Züge fahren: Statt drei Sprintern fahren fünf dieser besonders schnellen ICE, sie benötigen weniger als vier Stunden. Eingesetzt werden nun auch die neuesten ICE4, die 830 Plätze bieten, mehr als die älteren ICE. Zudem dürfen (wenige) Fahrräder mit. Mit dem Einsatz des ICE4 und mehr Sprintern wird es 3000 zusätzliche Sitzplätze pro Tag geben. Erstmals gibt es mit der Linie Berlin-Erfurt-Nürnberg-Wien eine internationale Verbindung, die Fahrt nach Wien wird eine halbe Stunde schneller. Die Normal-Preise steigen im Fernverkehr um etwa zwei Prozent, Sparpreise bleiben unverändert.

Nachtzüge: Mit dem Nightjet nach Wien

Nachdem sich die Deutsche Bahn ihre Nachtzüge erst schlechtgerechnet und dann abgeschafft hat, steigen die Österreicher nun weiter in das Geschäft ein. Ab Sonntag startet ein „Nightjet“ der ÖBB am Hauptbahnhof nach Wien, bislang gab es nur die Verbindung nach Zürich. Da der Wienzug über Breslau fährt (Ankunft 22.51 Uhr), gibt es damit von Berlin aus werktags erstmals wieder eine Direktverbindung in diese und andere polnische Städte. Der Nightjet erreicht Wien um 7 Uhr früh (nightjet.com).

Weitere Infos unter www.inside.bahn.de/winterfahrplan.

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