Fall Georgine Krüger : Weitere Beweisanträge von Seiten der Verteidigung

Neue Entwicklungen im Fall Georgine Krüger. Die Anträge befinden sich auf der Zielgeraden.

Der Angeklagte sitzt vor Beginn der Verhandlung in einem Gerichtssaal.
Der Angeklagte sitzt vor Beginn der Verhandlung in einem Gerichtssaal.Foto: dpa/Paul Zinken

Das Gericht ist mit seinem Beweisprogramm am Ende, doch die Verteidiger des mutmaßlichen Mörders der vor mehr als 13 Jahren verschwundenen Georgine Krüger präsentieren einen Antrag nach dem anderen. Am 35. Prozesstag am Mittwoch waren es drei weitere Beweisanträge – gleich zehn waren es in der letzten Woche. Immer wieder geht es um die Angaben des Angeklagten gegenüber einem verdeckten Ermittler.

Es sei ein „falsches Geständnis“, eine „provozierte falsche Selbstbelastung“, so die Anwälte. Ali K. soll das damals 14-jährige Mädchen aus der Nachbarschaft in Moabit abgepasst, in seinen Keller gelockt, niedergeschlagen, vergewaltigt und erwürgt haben. Die Leiche wurde nie gefunden.

Der mutmaßliche Täter hat die Tat bestritten

Erst 2016 war K. im Fall Georgine unter Verdacht geraten – seine Verurteilung wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen, die er 2011 in seinen Keller gelockt hatte, sowie Hinweise, dass er sich über Jahre hinweg Mädchen genähert habe, brachte die Ermittler auf seine Spur. Als der Prozess Ende Juli 2019 begann, verweigerte K. die Aussage. Bei der Polizei hatte er bestritten.

Verdeckte Ermittler hätten sich in sein Leben geschlichen und ihn „reingelegt“, erklärte er. Drei verdeckte Ermittler waren ab 2017 auf Ali K. angesetzt. Sie hatten sich als „Hakan“, „Kara“ und „Susann“ vorgestellt, wurden von Ali K. als Freunde angesehen, die recht vermögend waren. Gegenüber „Kara“ hatte er bis ins Detail geschildert, was er mit Georgine Krüger gemacht und wie er sie dann umgebracht habe. „Kara“ habe zuvor erklärt, er suche einen Killer für seine Freundin und biete 100.000 Euro Lohn.

Ersatzrichterin nimmt an Prozess teil

In einem der Beweisanträge der Verteidiger hieß es, in einer Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ im Oktober 2018 seien den Zuschauern gezielt Details zum Fall Georgine präsentiert worden, um den verdeckten Ermittlern dadurch einen Grund zu geben, mit K. über den Fall zu sprechen und ihn zu einem Geständnis zu provozieren.

Indes wird es für den Vorsitzenden Richter Peter Faust fraglich, ob er es sein wird, der schließlich das Urteil verkünden wird: Er feiert demnächst kommende Woche seinen 65. Geburtstag und geht in Pension. Auf diesen Fall ist die 22. Strafkammer des Landgerichts vorbereitet: Eine Ersatzrichterin nimmt am Prozess teil. Die Verhandlung geht am Mittwoch um 13.30 Uhr weiter.

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