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ARCHIV - 16.05.2025, Berlin: Die S-Bahn S3 fährt mit Fahrtziel Pichelsberg in den Bahnhof Zoologischer Garten ein. (zu dpa: «Erneut Störungen bei S-Bahn») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© dpa/Soeren Stache

Fast eine Million Euro für Beratungsleistungen: Verkorkste S-Bahnvergabe verursacht weitere Kosten für Berlin

Ob Ausschreibung und Vergabe der Teilnetze Nord-Süd und Stadtbahn rechtens waren, prüft aktuell die Vergabekammer. Für das Land entstehen dadurch weitere Zusatzkosten.

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Die verkorkste S-Bahn-Vergabe kommt das Land Berlin weiterhin teuer zu stehen. Allein die Kosten für die notwendige fachliche Beratung im Zuge der rechtlichen Auseinandersetzungen betragen im kommenden Jahr fast eine Million Euro. Das geht aus einem Schreiben von Verkehrsstaatssekretär Arne Herz (CDU) an die Mitglieder des Hauptausschusses hervor. Zuerst hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet.

In dem Schreiben bittet Herz den Hauptausschuss um die Zustimmung zur Verlängerung des Vertrages mit der Arbeitsgemeinschaft „Center Nahverkehr Berlin“, einem Konsortium aus der Beratungsfirma KCW und dem VBB. Diese hat das Land Berlin auch bisher beraten, der Vertrag läuft Ende des Jahres aus und soll nun verlängert werden. „Für Stellungnahmen – insbesondere zu verkehrswirtschaftlichen Sachverhalten – ist es erforderlich, in diesem Kontext weiterhin auf externe Expertise zugreifen zu können“, schreibt Herz. Geschätzte Kosten: 75.000 Euro pro Monat.

Notwendig sind diese Ausgaben nur, weil die Vergabe für die S-Bahn-Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Nach jahrelanger Verzögerung liegt der Fall aktuell erneut bei der Vergabekammer. Das Land Berlin hatte am 29. August entschieden, den Zuschlag an das Konsortium aus Deutscher Bahn, Siemens und Stadler vergeben zu wollen. Der unterlegene Bieter Alstom, das sich nur auf Lieferung und Wartung der Neufahrzeuge für die Strecken beworben hatte, geht aktuell dagegen vor.

Tagesspiegel-Recherchen hatten im September ergeben, dass Alstom ein Angebot abgegeben haben könnte, das mindestens eine halbe Milliarde Euro günstiger war als das des Konsortiums aus Deutscher Bahn, Siemens und Stadler. Mit einer Entscheidung der Vergabekammer ist frühestens 2026 zu rechnen.

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