FDP fragt Gesundheitssenatorin Dilek Kolat : Gibt es zu wenig Pflegeplätze in Berlin?

In Berlin gibt es rund 33.000 Plätze in Pflegeheimen – seit Jahren ist die Zahl konstant. Doch die Stadt wächst.

Um die Altenpflege wird sich die Politik schon aus demografischen Gründen kümmern müssen.
Um die Altenpflege wird sich die Politik schon aus demografischen Gründen kümmern müssen.Berg/dpa

Gibt es in Berlin zu wenig Pflegeheimplätze? Und wenn nicht, ist die Versorgung auch dann noch ausreichend gut, wenn die Stadt weiter wächst? Die FDP im Abgeordnetenhaus jedenfalls zeigt sich dahingehend mit der Arbeit von Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) unzufrieden. Obwohl Zehntausende jedes Jahr nach Berlin ziehen, ist die Anzahl der Pflegeheimplätze seit 2015 nahezu konstant geblieben. Das geht aus einer Antwort von Gesundheitsstaatssekretär Boris Velter (SPD) auf eine Anfrage von Thomas Seerig, dem pflegepolitischen Sprecher der FDP hervor.

FDP: Senat ist nicht auf Pflegebedarf vorbereitet

„Seit 2015 ist die Zahl der vollstationären Betten um 0,25 Prozent gewachsen, von 33.107 auf 33.192 Plätze“, sagte Seering. „Ich bezweifele, dass Berlin damit auf den künftigen Pflegebedarf vorbereitet ist. Der Senat will nur beobachten, aber offensichtlich keine Vorsorge treffen.“ Der FDP-Abgeordnete spielt dabei auf die Nachrichten der vergangenen Wochen an.

Wie berichtet, hatte das bekannte Pflegeheim an der Rosenthaler Straße am Hackeschen Markt schließen müssen. Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sagte damals, es sei nicht das einzige Heim, das wegen der Renditeinteressen von Investoren geschlossen worden sei. Er befürchtet eine Verdrängung von Pflegeeinrichtungen aus der Innenstadt. Demnächst werden je ein Heim am Alexanderplatz und an der Invalidenstraße aufgegeben – in diesen Häusern waren zuletzt jedoch nicht mal zwei Drittel der Pflegebetten belegt.

Gesundheitsverwaltung: 3000 freie Plätze in Pflegeheimen reichen

Ein Sprecher von Gesundheitssenatorin Kolat sagte, man beobachte die Lage, derzeit gebe es jedenfalls ausreichend Pflegeheimplätze. Die Einrichtungen in der Stadt seien im Schnitt zu 89 Prozent ausgelastet: Eine Reserve von mehr als 3000 freien Plätzen sei für Berlin derzeit angemessen gut. Unabhängig von der Frage nach den Heimplätzen hatte Senatorin Kolat kürzlich Pflegeheime und Kliniken aufgefordert, ihre Ausbildungsplätze mindestens zu verdoppeln, um den absehbaren Bedarf an Fachkräften abzudecken. Über den Bundesrat hatte Berlin dafür gestimmt, die Krankenkassen zumindest in den Kliniken zu verpflichten, mehr Geld für Pflege auszugeben.

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