• Fenster zerstört, Autos beschädigt: Polizei prüft Zeugenhinweise nach Randalen in Neukölln

Fenster zerstört, Autos beschädigt : Polizei prüft Zeugenhinweise nach Randalen in Neukölln

Am späten Freitagabend haben mutmaßliche Linksextremisten in Berlin-Neukölln randaliert. Nun prüfen die Ermittler erste Hinweise von Zeugen zu dem Geschehen.

Auf dem linksextremen Internetportal Indymedia wurde ein Bekennerschreiben zu der Randale veröffentlicht.
Auf dem linksextremen Internetportal Indymedia wurde ein Bekennerschreiben zu der Randale veröffentlicht.Foto: Screenshot: Twitter/@glr_berlin

Drei Tage nach einem Zug der Zerstörung von mutmaßlichen Linksextremisten durch Berlin-Neukölln sind einige Hinweise bei der Polizei eingegangen. Diese würden jetzt geprüft, um die Täter zu ermitteln, sagte ein Sprecher am Montag. Die genaue Zahl der Hinweise wurde nicht bekanntgegeben.

Am Freitagabend waren laut Zeugenaussagen etwa 50 zum Teil vermummte Menschen durch mehrere Straßen in Neukölln gezogen und hatten gezielt Fenster von kleineren und größeren Geschäften zerstört und Autos beschädigt. Im Internet kursierten auch Videos von den Taten.

Bei der Aktion wurden auch mehrere Hauswände beschmiert. Laut Polizei wurden die Schriftzüge „GFLOYD“ und „No justice, no peace“ (Keine Gerechtigkeit, kein Frieden) hinterlassen. Der Afroamerikaner George Floyd war Ende Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gestorben, nachdem ein weißer Polizeibeamter sein Knie minutenlang an seinen Hals gedrückt hatte.

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Die Polizei geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus und bat in einem Aufruf um Hinweise von Zeugen, die Verdächtige beim Umziehen oder der Flucht sahen. 20 Menschen – 13 Frauen und 7 Männer – waren direkt nach der Tat vorläufig festgenommen und dann wieder freigelassen worden.

In einem Text auf einer linksradikalen Internetseite hieß es, man habe das kapitalistische System angegriffen und „Glasbruch“ verursacht. Dafür sei Neukölln bewusst gewählt worden, weil es dort viele rassistische Anschläge von Neonazis gebe und die Polizei bewusst wegsehe. Außerdem gab es in dem Text Bezüge zu den Demonstrationen in den USA wegen der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten. (dpa)

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